Die Weihnachtsgans

Die Weihnachtsgans

Tiefgefroren in der Truhe
liegt die Gans aus Dänemark.
Vorläufig lässt man in Ruhe
sie in ihrem weissen Sarg.
Ohne Kopf, Hals und Gekröse
liegt sie neben dem Spinat.
Ob sie wohl ein wenig böse
ist, dass man sie schlachten tat?
Oder ist es nur zu kalt ihr,
man siehts an der Gänsehaut.
Na, sie wird bestimmt nicht alt hier
morgen wird sie aufgetaut.
Hm, welch Duft zieht aus dem Herde,
durch die ganze Wohnung dann.
Mach, dass gut der Braten werde –
Morgen kommt der Weihnachtsmann

(Heinz Erhardt)

Das weihnachtliche Lieblingsgedicht meiner Schwester. Schon mit 2 Jahren konnte sie es auswendig aufsagen, wenn sie sich nicht vor Lachen auf den Boden fallen lassen musste, um nach Luft zu ringen. Kein Scherz – genauso wie die ganzen Babys auf Youtube, die sich von ihren Lachanfällen gar nicht erholen können. Darum ist es auch mein Lieblingsgedicht geworden. Weil es mich an sie erinnert.

Weihnachten – das Fest der Liebe? Oder doch nur besonders stressige Tage.
Manche haben schon seit den Sommerferien ihre Familie nicht mehr gesehen. Daher, eine Gelegenheit, sich die Zeit zu nehmen; nach Hause zu fahren. Also doch irgendwie ein Fest der Liebe.
Bei anderen ist es umgekehrt, die Kinder sind schon so groß, dass die Eltern nicht mehr zu den Großeltern fahren wollen. Nicht irgendwelcher Gründe willen, sondern aus Prinzip. Weil sich das ein Elternteil so vorstellt und das wird auch gemacht. Wie immer halt. Und alle anderen sind machtlos, fügen sich ihrem Schicksal, sie haben schon längst gelernt, Diskussionen führen zu nichts, der Aufwand rechtfertigt nicht das Ergebnis. Trotzdem versuchen alle, das Beste draus zu machen. Und das Ergebnis? Wenigstens zum Essen bekommen die Großeltern Besuch.
Viele Familien feiern mehrmals, die Eltern sind schon lange nicht mehr zusammen. Wie jedes Jahr beginnt schon Wochen vorher ein Machtkampf, wer wann, wo, wie und bei wem feiert. Die Kinder sind hin- und hergerissen, wollen keinen verletzen, trauen sich nichts zu sagen. Ob das die richtige Lösung ist? Sicher die einfachste. Also doch Stress, kaum mehr was vom Fest der Liebe zu spüren.
Alles in Allem: Weihnachten – für mich eine Gelegenheit, Zeit mit den Leuten zu verbringen, die ich liebe, diejenigen auszuhalten, die ich eh nur ein paar Tage im Jahr sehe und Gott zu danken, dass ich Teil einer intakten Familie bin, wir alle gesund sind und hoffentlich noch viele Jahre zusammen feiern können.

Zwei Dinge muss ich aber noch loswerden:

  • Das Fest der Liebe? – Viagra-Absatz schnellt an den Festtagen in die Höhe
  • Anti Weihnachtsmann – ich glaube ans Christkind!

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„Es ist sehr fraglich, ob Gänse, Karpfen und Truthähne das Weihnachtsfest als Erlösung betrachten.“
– Gerrit Vissers

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