Alpträume.

Schmerz. Stechender, bohrender Schmerz, der mich alles vergessen lässt. Auf der rechten Hand ein riesiger Betonblock. Heruntergefallen. Woher, weiß ich nicht. Ich bin doch nur irgendwo gegangen. Die beiden äußeren Finger werden zerquetscht. Kleiner Finger, Ringfinger. Ich schreie, keiner hört mich, kommt mir zur Hilfe. Lange liege ich so. Ich kann einen Kran ausmachen, gelb und bedrohlich ragt er über mir. Ob ein Führer drinnen sitzt, kann ich nicht erkennen. Um mich herum wird alles schwarz.

Dann wache ich auf. Der Schmerz bleibt. Als ob man mir ein Messer in die Hand durch die Finger gerammt hätte. Stechend, glühend fühlt sich alles an. So richtig lokalisierbar ist es nicht. Zuerst traue ich mich nicht, meinen Blick auf die Finger zu richten. Ich erwarte Blut, mindestens. Knochensplitter, fehlende Fingernägel, so was. Aber als ich mich endlich überwinde, seh ich nichts. Gar nichts auffälliges. Meine rechte Hand ruht auf der Decke, wie als ob nichts wäre. Bewegen kann ich sie. Das macht den Schmerz aber genauso weniger real, wie die Tatsache, dass ich absolut nichts hab. Tränenüberströmt lieg ich im Dunkeln, versuche herauszufinden, warum die Schmerzen nicht verschwinden. Ich beginne vorsichtig, meine Finger abzutasten. Ganz normal fühlen sie sich an. Nur heiß sind sie. Sehr heiß. Kälte, fällt mir ein. Kälte hilft bei Verletzungen.
Ich wanke ins Bad. Mein rechter Arm, in Schonhaltung. Dann kaltes Wasser drüber. Fühlen kann ich es fast nicht. Nur an den anderen Fingern. Es ist so kalt, dass es schon fast wehtut. Mittlerweile hat sich der Schmerz ausgebreitet. Mein Handrücken. Jetzt wird auch er noch durchbohrt. Nein, Wasser hilft nichts.
Wieder im Bett, lagere ich die Hand hoch. Damit weniger Blut fließt. Erklären kann ich das ganze nicht. Rede mir ein, ich hab keinen Arm, also nichts, was mir wehtun könnte.
Sozusagen das Gegenteil von Phantomschmerzen. Und dann schlaf ich wieder ein.

Am nächsten Morgen ein Anruf. In der Nacht hab ich anscheinend meine Eltern geweckt, als ich aus Verzweiflung anrufen wollte.

Das ist der Beweis, dass es kein Traum war.
Aber warum mischen sich Traum und Realität?

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