Ein laaaaanger Reisebericht

Tag 1/2

Ich bin’s schon gewohnt, Lautsprecherdurchsagen nicht zu verstehen… Oh, das war arabisch, drum hab ich keinen Plan was er gesagt hat. (Fluglinie: Emirates.)

Hm, sehr cool, einen eigenen Monitor… und ein Telefon? Wer braucht im Flugzeug ein Telefon? Herausnehmen kann ich es schon, aber was… Oh mein Gott, hinten ist ein Controller drauf! (Die nächsten 5 Stunden voll mit alten Amiga Spielen beschäftigt. Während andere Leute Filme schaun, essen, Musik hören, lesen, schlafen oder sich über den langen Flug beschweren bin ich damit beschäftigt, unseren Planeten vor Alieninvasionen zu schützen.)

Flugzeugessen? Chicken or Fish. Alles halal. (Wird sich auf allen Flügen wiederholen, das ist mir zu dem Zeitpunkt noch nicht bewusst.)

Dubai. Naja, ein Zwischenstopp halt. Ähm, wo genau müssen wir hin? Irgendwie… ist hier alles RIESIG! Ah ja, da vorne ist ein Schild. Terminal A. Da müssen wir hin. (Mind. 4 Minuten Fußmarsch.) Aber komisch, da sind nur Schiebetüren, dahinter ist nichts? Hm, na gut. Please wait here, sagt uns eine Linie am Boden.
Dann, ein Rauschen. Sekunden später taucht hinter der Glasfront mit Türen ein Zug auf. Papaaaaa? (Ruf in die smoking area.) Warum ist da ein Zug, wir müssen zum Gate, nicht zum Bahnhof.  (…)
Naja, der Zug fährt von Terminal zu Terminal, sonst würde man nie rechtzeitig ankommen. Kinnlade fällt. SO groß? Ja.

Die Türen des Lifts öffnen sich. Star Wars? Ich glaub ich bin in einem Spiel! Aber warum haben die Leute keine Namen über den Köpfen? Uah, ich werde angehupt?! Da fahren sogar kleine Fahrzeuge herum? So was wie Straßen gibts auch. Verrückt.

Eine eigene Stadt. Hier gibts alles. Aus jeder Ecke der Welt. Sogar Mozartkugeln. Und ein M&M Geschäft. Nach der Heinecken Lounge hör ich auf, alles zu fotographieren. So eine riesige Shisha hätt ich aber schon irgendwie gerne.

Terminal gefunden.

Alle schlafen. Diese Boeing ist nicht so modern. Schade. Ok. Dann halt Lord of the Rings anschauen. Und Matrix.

Hilfe, wo ist mein Koffer?! Bitte lass ihn kommen, bitte lass ihn kommen, bitte lass… Oh, hier ist er ja. Glück gehabt.

Wo müssen wir hin? Draußen ist ein Wartebereich. Hinter einem Gitter stehen die Abholer und suchen die Passagiere. Wer sich gefunden hat, darf gehen. „Need Taxi? Need Taxi?“, „Best service, best service, follow me, follow me!“, „Hotel, hotel, cheap! Best hotel!“, „Need room? need room? For rent! For rent!“, „Water, bottled water!“, „I’ll guide, I’ll guide; Metro Manila, city tours“. Ich hasse solche aufdringlichen Leute. Aber irgendwie müssen sie ja ihr Geld verdienen.

Gefunden! Wie selbstverständlich, meine Tante hat einen Fahrer… der verlädt unser Gepäck. Ähm, entschuldige, ich kann mich nicht anschnallen, der Gurt.. – Hier brauchst du das nicht! (Meine Tante lacht mich aus.)

…Straßenmarkierungen werden völlig überbewertet… …Ampeln auch…

Alle sind aus dem Vertrauensgrundsatz ausgenommen. Aber ist das nicht eigentlich schon wieder ein neuer Grundsatz?
Wer am lautesten ist, fährt zuerst. Wenn man nicht mehr warten will, eröffnet man eine neue Spur.

Immer wenn alles zum Stillstand kommt, tauchen Verkäufer an den Fenstern auf. Wasser, kleine Snacks, Zigaretten. Alles halt.

Am Highway sehen wir die Skyline – unfassbar groß.

Wir fahren in unserem klimatisierten Truck ins Hotel an den Wellblechsiedlungen vorbei – so ein schlechtes Gewissen hab ich schon lang nicht mehr gehabt… Die Ärmsten der Armen. Für sie ist es Reichtum, ein Haus zu haben. Nicht mehr als ein kleiner Raum, aus Ziegeln gebaut. Die Fenster sind Löcher, notdürftig abgedeckt, mit allem was da ist. Die Dächer sind alle aus Wellblech. Verrostet, alt. Alles wird wiederverwendet, das kann man sehen. Wer es in so einer Gegend zu etwas gebracht hat, besitzt einen kleinen Laden. Einfach vor den Hütten, ein kleiner Bereich. Darüber eine Plastikplane gespannt. Jeder verkauft alles. Essen, hauptsächlich. Wie sie genug Geschäft machen, ist mir schleierhaft, alle 2 Meter gibt es etwas.

Schon fast eine Stunde unterwegs. Wo bitte ist unser Hotel? Die Stadt hört nicht auf. Immer wieder öffnen sich in den Seitenstraßen riesige Bögen, mit Aufschriften wie „Beverly City“. Das sind einzelne Stadtteile, die sich organisiert haben, bewaffnete Wachleute laufen überall herum. Damit die Gangs keine Chance haben.

Unser Hotel – ein Traum. Das Gepäck wird von Pagen auf goldene Wägen geladen, wie man es aus Filmen kennt. Die Empfangshalle – riesengroß und wunderschön. Ein American Dream der wahr geworden ist.

Begrüßung von der Cousine meiner Tante. Sie arbeitet hier, deswegen bekommen wir alles günstiger. Was sowieso schon spottbillig ist.

Das Zimmer? Eine Suite. Zwei Schlafzimmer und Badezimmer, Wohnbereich. Schade, dass wir nur 2 Nächte bleiben.

Unser erstes Essen in Manila: der Fahrer holt uns und fährt uns in eine Mall. Eine der kleineren, sagt meine Tante. Für uns ist sie riesig, mehr als doppelt so groß wie die SCS in Wien.
Aber wo ist das Besteck und die Teller?
Hier wird mit den Fingern gegessen, serviert wird auf riesigen Platten, die den ganzen Tisch einnehmen. Bananenblätter dienen als Unterlage. Wäh, so eine Sauerei. Aber lecker ist es.

 

Tag 3

Am nächsten Tag – Sightseeing. Frühstück im Restaurant auf der Terrasse, wir sitzen neben dem Pool. Dann wieder vorbei an den armen Menschen. Im riesigen Auto. Mit Klimaanlage und Fahrer.

Kaum steigen wir aus dem Wagen, werden wir von lauter Leuten angesprochen. Europäer sind Fremde hier, Kinder verstecken sich vor uns. Sie haben gerade Schulpause. Die Schule ist gleich neben einer Kirche. (Die Schüler müssen hier ab der Primary School schon Uniformen tragen; und bei uns, wo sich das eigentlich jeder leisten könnte, nicht. Irgenwie seltsam, oder?)

Eine Bambusorgel, gebaut von einem Deutschen. Wer bitte baut in so einer Gegend mit irrsinnig hoher Luftfeuchtigkeit und Temperatur eine Orgel und das noch dazu aus Bambus? Na gut, ich ergebe mich dem Gruppenzwang und lass die Führung durch das Museum über mich ergehen. Auf einem Tisch liegen Noten, irgendetwas von Bach. Ich singe die Sopranstimme, leise, aber deutlich. Plötzlich bemerk ich neben mir eine Frau, die mich ansieht wie eine Außerirdische. Bei ihnen ist es höchste Kunst, das singen zu können, erklärt sie mir. Ich denke mir meinen Teil und schließe wieder zu unserer Gruppe auf. (…)

Dann, ein paar Dinge im Zentrum von Manila. Die Bay bekommen wir gezeigt. Es stinkt zum Himmel nach Fäkalien und schmutzigen Meer, überall sitzen Menschen herum, rauchen und trinken, unterhalten sich. Man sieht ihnen an, sie haben keinen Job, sie wissen nicht was sie machen sollen. Und alle paar Meter ist ein Stand. Getränke, Popcorn, Hotdogs. Und ich mach mir Gedanken darüber, ob die Eiswürfel, die zu den Getränken gereicht werden, aus sauberem Wasser sind.

Central Lagoon, ein großer Park, Veranstaltungszentrum. Nicht besonders spannend. Ich interessier mich mehr für die Menschen. Ein Kind läuft uns nach. Fragt nach Münzen. Nein, tut mir leid. Aber es gibt sicher noch genug andere Touristen mit weicheren Herzen und lockerer sitzenden Geldbeuteln. Eine halb volle Wasserflasche hält es in der Hand, verdursten wird der Bub schon nicht. Sonst hätte ich ihm gerne meine gegeben, aber Geld bekommt er keines.

Es folgen Cathedral of Manila (wegen Restaurierung geschlossen, zum Glück), St Agustin Church Museum (Warum bitte haben die Statuen richtiges Gewand an? Und warum haben die Mönche das Kloster so groß bauen müssen, dass man über 3 Stunden durch braucht?), noch irgendein Museum, wo man sehn kann wie früher die Oberschicht gewohnt hat (Don’t touch and do not leave the red carpets!), und ein Teil der Chinesischen Mauer, schon ganz verfallen. Es ist heiß, die Sonne knallt vom Himmel. Jegliche Klagen und Beschwerden meinerseits werden überhört, einmal (!) wird mein Schweigen mit einer 0,5l Wasserflasche erkauft.

Nach 15 Uhr ist es bereits, Essen waren wir noch nicht. Aber das Vormittagsprogramm war erst die Aufwärmrunde. Weiter gehts mit Plaza Moriones, Rizal Shrine und Fort Legend Tower. Was mir auffällt, (und in den nächsten Tagen immer wieder auffallen wird): überall, wo man nur hinschaut, liegt Plastik. In Form von alten Tüten, Süssigkeitenpapieren, Deckeln, Verschlüssen. Ich hab das Gefühl, als ob jeder seinen Müll dort fallen lässt, wo er gerade steht. Eigentlich sind die Hütten in den Slums sauberer als so mancher öffentlicher Platz, muss ich eingestehen. Die werden jeden Tag gekehrt und der Müll wird aufgesammelt und verwertet.

Dann wieder eine Stunde Autofahrt. Inklusive an-den-Sitz-klammern zwecks Beschleunigung auf 60km/h und plötzlichem Abbremsen auf 0 wenn ein anderes Fahrzeug meint, es muss auf unsere Spur wechseln.
Abendessen? In der Mall of Asia. Der zweitgrößten Mall in ganz Asien. Unbeschreiblich groß. Eigentlich mussten wir nur zum Bankomaten. Keine Karte ging, bis auf die der Allmächtigen. Drum nenn ich sie auch im Urlaub so. Weil sie das auch war.

Wechselkurs: 1€ = 50 PHP! Eigentlich könnte ich mir hier alles leisten. Eine Packung Zigaretten: 1,50 PHP. Eine Wasserflasche am Flughafen: 18 PHP. Und der Monatslohn unseres Hausangestellten? 3.500 PHP. 65€. Erfahre ich später.

Aber zum eigentlichen Essen. Irgend so ein komisches Restaurant. Fisch musste man selber mitbringen. Gekauft, ein paar hundert Meter weiter, in einer Seitengasse, voll mit schreienden Händlern, drängenden Leuten und Meerestieren.

Jetzt bin ich schon 2 Tage hier und alles, was es gibt, ist FISCH. Wäh. Mag ich nicht. (Wegen der Gräten.) Meine Alternative: Garnelen. Beilage? Reis. Surprise, surprise.

Wir sitzen am Bay und essen. Böser Seitenblick der Allmächtigen wie ich an Papas Bier nippe. Vor uns tanzen zwei Burschen auf einer kleinen improvisierten Bühne zu ihrer Musik aus einem iPod. Jedes zweite Lied ist Gangnam Style. Verdienen sich ihr Taschengeld, Publikum haben sie genug, die kleine Mauer ist voll von Teenagern, die das Nachtleben Manilas genießen. Ich schlürfe weiter an meinem Mangoshake mit dem Strohhalm. Und versuche mich an einem 2 Quadratzentimeter großen Stück Fisch. In dem ich über 4 Gräten finde. Praktisch grätenfrei, hatte mein Onkel gemeint als er ihn auf meinen Teller geschaufelt hatte.

Zur Nachspeise in ein anderes Restaurant. Halo halo bestellt meine Tante. Ein Eisbecher. Lila Eis aus Süßkartoffeln (ube genannt) und crushed ice, Milch, Bananen, Buko und undefinierbarer Glibber. Muss man verrühren und dann wie einen Shake trinken. Mag, ich, schmeckt ganz gut. Tröstet aber nicht über die Tatsache hinweg, dass die Mücken mir die Beine zerstechen.

Endlich heim. Im Dunkeln sieht man die Behausungen der Armen nicht, sie können sich kein Licht leisten. Gut.

Yessss, mein Handy ist fertig geladen. WLAN? Ist offen. Ich verbinde, öffne Facebook. Und nichts passiert. Wtf? Wo bitte ist das Feld zum Eingeben des Pins, den ich bekommen hab? Für free access? Papaaaaaa. Ach so, habs schon, danke.
Schnell ein Status gepostet, der Artikel aus Dubai publiziert. Und glücklich die halbe Nacht auf imgur gesurft.

 

Tag 4

Aufstehn, in einer halben Stunde kommt unser Fahrer!
So schnell hab ich mich noch nie geduscht. Meine Schwester meckert vor der Tür, sie will auch ins Bad. Um sich (meterdick) Make-Up ins makellose Gesicht zu schmieren und stundenlang vor dem Spiegel zu stehen.
Alles schnell in den Koffer packen. Hilfe, wo ist meine Sonnenbrille? Handyladegerät? Steckerumsteckerstecker (wie ich es nenn)? Rein in den Lift, einen Stock rauf, Dachterrasse, frühstücken. Wie immer Joghurt mit Müsli/Cornflakes/Schokoflakes, frische Früchte (Mango, Papaya, Melone), Käseplatte, Wurstplatte, Sushi, Maki, Sashimi, diverse Suppen (Reis, Nudeln, undefinierbare), Reis in 3 Varianten, gebratenes Huhn in 2 Varianten, mindestens 1 Fleischgericht noch extra, gebratene Erdäpfel, Spieße, gebratenes Gemüse, Würstel, Eiserspeise, Waffeln, Palatschinken, Toast, Marmelade (Mango, Erdbeer, was weiß ich noch alles), Nutella-artiger Aufstrich, Schokosoße, Bananen, Salat zum selbst zusammenstellen mit 3 verschiedenen Dressings und und und. Einfach beeindruckend. Ich hätt auch nichts dagegen gehabt, in dem Hotel zu bleiben.

Oh oh… eigentlich will ich gar nicht ins Auto, zum Flughafen ist es so weit und die Fahrt halsbrecherisch. Doch wie durch ein Wunder passiert die ganze Zeit, in der ich auf den Philippinen bin, kein einziger Unfall. Auf der Auffahrt zum Highway müssen wir eine Fee zahlen. Die Autos werden nach Klassen eingeteilt. Während ich noch überlege, ob wir Klasse 1 sind, weil wir zur reichen Oberschicht gehören, erklärt die Allmächtige meiner Schwester, dass das wahrscheinlich nach Achsenzahl gehandhabt wird. Puh, gut, dass ich nichts gesagt hab, sonst hätt ich mir wieder was anhörn können. Ich bin halt noch ein bisschen im sentimentalen Denken drinnen weil ich die Klassengesellschaft so vor Augen geführt bekomm.

Diesmal keine große Boeing, sondern eine kleine Propellermaschine. Hilfe. Macht auf mich den Eindruck, als würd sie gleich zusammenbrechen. Ich sitze neben meinem Onkel. Sonnenbrille auf, Kopfhörer drinnen. Schalt meine Musik ein. Und sehe zu, wie die Stadt unter mir immer kleiner wird. Ich taste noch mal vorsichtshalber nach der Schwimmweste unter meinem Sitz. Die Sicherheitsanweisungen waren mündlich in einer Mischung aus Englisch und Tagalog gegeben worden. Verstanden hab ich nicht viel.

Caticlan. Eine Landebahn, der Flughafen mini. Wir rollen mit unseren Koffern hinaus. Meine Tante führt uns sicher durchs Getümmel. Nach ein paar Metern hört der betonierte Weg auf, jetzt ist es nur mehr die unbefestigte Straße. Zu den Trycycles schleppt sie uns. Ist das dein Ernst, frag ich sie. – Ja sicher, das machen alle hier so. (Wie recht sie damit hat werde ich erst ein paar Tage später draufkommen.)

2 Motorräder mit angehängtem Gestell. Für 7 Personen mit je einem Koffer und Handgepäck. Irgendwie schaffen sie es, alles zu verladen. Jetzt müssen nur noch wir drauf. Onkel, Tante und die Kleine quetschen sich auf die Sitzbank des ersten Trycycles. Hinten, Papa. Der hält die Koffer fest.
Am zweiten vorne drinnen die Allmächtige mit meiner Schwester. Für mich ist kein Platz mehr, ich muss hinter dem Fahrer auf dem Motorrad sitzen. Ich hasse es, wenn mir Menschen zu nahe kommen, gerade Fremde. Das weiß sie. Bitte, lass mich nicht allein bei dem da. – Geh komm, jetzt stell dich nicht so an. (…)

Zum Glück dauert die Fahrt nur kurz. Dann haben wir die Fähre erreicht. Überall arbeitslose Einheimische, sie stürzen sich auf die Koffer, wollen unbedingt ein paar Münzen dazuverdienen. Ich reiße einem meinen Griff aus der Hand. NO, thank you sir. Meinen Koffer geb ich nicht her.

Der nächste Kulturschock. Die „Fähre“ ist ein kleines Boot, grade mal 20 Leute haben darauf Platz. Unser Gepäck passt nicht mehr in den Passagierraum, es wird am Dach festgebunden. Ich beginne nervös die Rettungswesten zu zählen, während meine kleine Cousine begeistert vom Wasser ist und sich schreiend in meinen Armen windet, weil sie jetzt sofort, aber auch wirklich jetzt gleich baden will.
Kurz nachdem wir im offenen Meer sind, kommen die meterhohen Wellen. Die Fähre hat auf jeder Seite Schwimmkörper zum stabilisieren, ich bete trotzdem im Sekundentakt, dass mein Koffer nicht herunterfällt. Langsam wird mir die Stärke des Meeres bewusst, ich hab bis jetzt immer nur von Taifunen und Überschwemmungen auf den Philippinen in Zeitungen gelesen.

Puh, alle heil angekommen. Koffer beim Heraustragen über das wackelige Brett nicht ins Wasser gefallen. Meine Schwester auch nicht ausgerutscht mit ihren Flipflops, ein Matrose hat sie noch rechtzeitig aufgefangen.

Und wieder gehts zur Trycyclestation. Diesmal fahren wir länger, fast eine Viertelstunde. Ich sitz schon wieder hinter dem Fahrer. Er schwitzt, trägt keinen Helm, nur ein Tuch, das er sich halb über das Gesicht gebunden hat, über Mund und Nase. Die Haare wehen im Fahrtwind. (Zum Glück nicht mir ins Gesicht.) Eine glänzende Pilotensonnenbrille krönt das ganze und verleiht ihm den Charme eines Hells Angles.

Dann machen sie in einer kleinen Gasse halt. Ab jetzt geht es nicht weiter, wir müssen zu Fuß gehen. Sand knirscht unter den Schuhen. Noch einmal um die Ecke – und wir sind plötzlich am Stand! Alles überfüllt von Touristen und Händlern. Meine Tante kennt sich zum Glück aus und dirigiert uns zum Hotel. Bungalows. Das hat so elegant und nobel geklungen, wie sie davon erzählt hat. Aber die Realität sieht anders aus. JA, sie waren direkt am Strand, hatten eine Klimaanlage und waren einigermaßen sauber. Hatten eine eigene Veranda mit Dusche, damit man sich gleich nach dem Baden das Meerwasser abspülen konnte. Hatten einen Fernsehen (den die Allmächtige verbot aufzudrehen, immerhin sei man doch hier im Urlaub). Hatten eine Minibar. Aber sie waren heruntergekommen. Das Holz außen war morsch, die Sitzkissen grindig. Die Vorhänge schimmelten, die Tür ging nicht richtig zum zusperren. Ein Safe – Fehlanzeige. Warmwasser? No way. Ein einziger riesiger Raum mit zwei Doppelbetten. Ein Alptraum, im selben Zimmer mit meinen Eltern zu schlafen. Klo? Manchmal blieb die Spülung hängen. Spiegel und Waschbecken? direkt neben den Betten, jeder sieht alles was die anderen machen.
Ich trete ein, lasse meinen Rucksack fallen, leg mich ins Bett. Während Papa noch vergeblich den Safe sucht, die Allmächtige sich vor dem Spiegel verrenkt, um auch jedes Stückchen Haut vor der Sonne zu schützen, schließe ich die Augen und wünsche mich nur noch weg. Überall sind Leute denen ich nicht vertraue, auch wenn sie eine Wachmannuniform anhaben und Schlagstöcke und Pistolen bei sich tragen. Das Zimmer lässt sich nicht zusperren, ich hab keine Privatsphäre und keinen Rückzugsort. Viel Zeit bleibt mir nicht, um Kraft zu schöpfen. Räum deine Sachen aus dem Weg, aber sofort, hier kann man ja nicht durch! Und sei nicht so ein schlechtes Vorbild für deine Schwester. Sich am hellichten Tag ins Bett zu legen… Du weißt genau, sie macht dir alles nach! Und schmier dich ein! Ich will nicht schuld sein, wenn du vorzeitig an Hautkrebs stirbst!
Die Allmächtige hat gesprochen.

Wir spazieren die Promenade entlang. Stand neben Stand. Die Geschäfte verkaufen alles mögliche, aber immer das selbe. Alles ist billig. Flipflops, Bikinis, Gewand, Taschen, Luftmatratzen, Souveniers, Ramsch und Trash. Auf der anderen Seite des Weges, unter den Palmen, die den Stand von der Touristenmeile abtrennen, haben ein paar Einheimische ihre Stände aufgebaut. Jeden zweiten Schritt hört man „Masatsch (massage, aus einem unerfindlichen Grund können sie das Wort, dass sie Tag für Tag, Jahr für Jahr unzählige Male sagen, nicht aussprechen) madame?“ „masatsch young lady?“ „swedish masatsch for your daugther madame?“. Gemischt mit „fresh fruits!“ „fresh mangos, here“ „buko, fresh buko, yes, madame, buko juice“ (buko ist das philippinische Wort für Kokosnuss). Oder „peanuts, peanuts, sir?“, „sunglasses, you need sunglasses, here, good price, buy sunglasses“, „hat, need a hat, beautiful lady, i love you, take a hat“.
Mir tun die Leute leid, sie müssen ja irgendwie ihr Geld verdienen. Aber nicht indem sie mich belästigen, das kann ich nicht ausstehen. Mehr als einmal bin ich stehen geblieben, ganz nah an den Filipino herangetreten, hab ihm in die Augen geschaut und mit ernstem Blick bestimmend,laut und deutlich gesagt, no, thank you sir/madame, während alle anderen in der Gruppe nur peinlich berührt ignorierend weitergegangen sind.

Die Restaurants kommen. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt. Ob Italienisch, Philippinisch, Indisch, Chinesisch, Japanisch, Kontinenal, es gibt sogar einen McDonalds und ein Shakey’s.

Auch hier gibt es eine Mall. Unter freiem Himmel allerdings, die Geschäfte sind hier bekannte Marken. Es gibt zwei große Supermärkte und eine Gasse nur mit Restaurants und Bars. Ich finde eins, das heißt allen Ernstes Heidiland und gleich gegenüber liegt das Hobbit House. Wir steuern den Supermarkt an. Kaufen Cracker und Trinkwasser.

Uh cool, hier gibt es Chips! Endlich was gescheit…. oh mein Gott die haben ja alle Fischgeschmack! Wo bin ich, in der Hölle oder was? Meine Schwester sucht fleißig Kekse aus, meine Wünsche werden überhört. Ich schnapp mir die Kleine und wart draußen vor dem Laden. Bin ich ja eh schon gewohnt, und bevor ich in Gefahr lauf, angemotzt zu werden, warum ich sinnlos im Weg herumsteh, geh ich lieber. Das Baby verschafft mir schnell Aufmerksamkeit, jeder will sie streicheln, sie soll allen winken. Tut sie aber nicht. „Tehn!“ Sie windet sich. Ich stell sie auf den Boden, nehm ihre Hände. Sie strahlt. Und läuft mit wackeligen Schritten zu einem Geländer, fast ihr ganzes Gewicht übernehm ich mit den Händen. Aber hauptsache sie kann ‚tehn‘.

Am Rückweg fällt Papa ein, er hat nur Schuhe mit. (Typisch.^^) Wir bleiben bei etlichen Ständen stehen. Endlich einer, der Flipflops in Größe 46 führt.

Wieder zurück, die Einkäufe werden verstaut. In der Minibar ist jetzt nach 3 Wasserflaschen kein Platz mehr.

Bikini an, nichts wie an den Strand! Der weltberühmte White Beach, mit so feinem, weißem Sand, dass er überall kleben bleibt, der Wind ihn dir in Haare, Mund, Nase und Augen weht und du unfreiwillig deinen halben Koffer damit füllst. Das Wasser – klar und badewannenwarm. Begeistert nehm ich meine Schwester an der Hand und lauf in die Wellen. Nach ein paar Metern schreien wir beide auf und drehen um, in seichtere Gebiete. Überall Algen! Wäh. Während sie sich nicht mehr überwinden kann, doch noch mal ins Meer zu kommen, leg ich mich so flach es geht hin und schwimm über den Algenteppich. Weiter draußen find ich eine Stelle, an der ich gerade noch stehen kann, die ganz algenfrei ist. Dort bleib ich ewig lange. Ich lieg auf dem Wasser und schau in den Himmel. Blau, wolkenlos. Lass die Gedanken fließen. Oder versuch es wenigstens. Aber eine Frage ist ganz präsent, und meine Sorgen verschwinden nicht ganz. Wie bitte bin ich bloß hierher geraten? Wäre mein Onkel nie die Beziehung eingangen, was hätte ich nicht alles verpasst? (…) Ja, was wäre, wenn. Wenn ich in den Bungalow zurückkomm, sind dann meine Sachen noch da? Oder ist eingebrochen worden und alles weg, Ausweise, Pässe, Handy. Apropos Handy – Internet gibts auch keines. Irgendwie, so schön es hier ist, ich kann es gar nicht erwarten, wieder fortzugehn. Meine Tante, stört sie es, dass die Allmächtige sie auf die Elternebene stellt? Immerhin hat sie davon geredet, mit mir jeden Abend feiern gehn zu wollen. Schaut jetzt aber nicht so aus, sie wirkt auch ein wenig unglücklich. Ich wünschte, ich wäre allein gekommen. (…)

Abendessen bei einem Riesenbuffet, man merkt, sie sind auf Umsatz ausgerichtet. Es gibt nichts, was mich anspricht. Mein Versuch, wenigstens diesmal bei einer Entscheidung mitzubestimmen wird schnell beiseite geschoben. Ich esse Reis und Buttergemüse. Und nippe nebenbei an dem Cocktail, den ich als Bestechung bekommen hab, damit ich ja den Mund halte und ein braves Kind bin. „Aber nur ausnahmsweise.“ – Jaja, schon klar.

Nachher hat das schlechte Gewissen die Allmächtige so weit erreicht, dass sie mir Taschengeld gibt, damit ich mir auch was kaufen kann. Ich schaff es irgendwie, mich mit Papa von der Gruppe zu lösen und geh noch mal in den Supermarkt. Cookies, Softdrinks. Alles, was ich vorher nicht bekommen hab. Dann gehn wir heim. Später erfahr ich, dass meine Schwester und Tante noch shoppen waren. Tja, wie gesagt, ich bin es schon gewohnt.

 

Tag 5

Gut geschlafen hab ich nicht. Ich kann mich einfach nicht entspannen mit meinen Eltern im Raum. Heute machen wir eine Bootstour.
Unser Leader erwartet uns schon, meine Tante kenn ihn von früher, wir bekommen das billiger, nicht den überteuerten Touristenpreis. Ach, ich und meine Vorurteile. Ein ziemlich dicker Filipino mit ausgewachsenem Vokuhila. Ausgeblichene rotes Kapperl am Kopf, auf einer Seite im Schild ist ein Flaschenöffner eingelassen. Ob das praktisch ist oder nicht, sei mal dahingestellt. Seine Füße in den ausgelatschten Flipflops watscheln wie eine Ente und er schnauft in der Hitze des frühen Morgens als er uns zum Fischmarkt führt. Wir sollen uns einen aussuchen, zu Mittag wird der gegrillt. (Schon wieder Fisch. Diesmal wird sogar an ein paar Garnelen für mich gedacht!).

Das Boot, mit dem wir die Küste entlangfahren ist noch kleiner als die Fähre, die uns hergebracht hat. Das Meer ist unruhig, Gischt spritzt uns ins Gesicht. Jedes Mal wieder ein Weltuntergang für unsere kleine Madame, der Lautstärke ihres Geschreies nach zu urteilen. Ich setz mich mit meiner Schwester ganz nach vor an die Spitze. Ob es jemandem auffallen würde, wenn ich jetzt runterfall? Ich weiß es nicht. Es juckt mich in den Fingern, es zu versuchen, loszulassen, einfach der Neugierde wegen. Würde ich vermisst werden? Wie lange würden sie brauchen bis sie draufkommen, dass ich nicht mehr da bin. Aber ich lass es. Das kann ich meiner Schwester nicht antun. Die würde ja einen Schock fürs Leben davontragen.

Wir fahren vorbei an Luxushotels, riesigen Privatgründen. Einer gehört irgendeinem berühmten Boxer, der Nationalheld sozusagen, ich hab den Namen schon wieder vergessen. Hab ihn nicht mal wirklich verstanden, um genau zu sein. Könnt ich jetzt googlen, aber interessiert mich nicht wirklich.

Die Wellen werden zu hoch, wir drehen um. Bleiben stehen, lassen den Anker. Wer will schnorcheln, fragt unser Führer. (Diesen Namen hab ich auch vergessen.) Die Allmächtige natürlich, mein Onkel und Papa. Wir anderen bleiben am Boot und hörn uns an, was wir uns da nicht gerade für Wunder entgehen lassen. Ich schnapp mir den Fotoapparat und schieß ein paar Bilder während meine Schwester gemütlich in der Sonne liegt und Pandesal (kleine Brötchen) futtert. Dann gehts zum Mittagessen an eine Bucht, unser Guide schnappt sich den Fisch und Reis und verschwindet ins Restaurant. Wir warten Ewigkeiten draußen in der Sonne in der Mittagshitze, alle 10 Minuten kommt ein Eisverkäufer, der seine Runden dreht an unseren Tisch. „Ice, Ice“. Am liebsten würd ich ihm das Eis, das er mir jedesmal unter die Nase hält und mich damit verfolgt, sonstwohin stopfen, aber echt.

Das Essen verläuft ohne weitere Zwischenfälle, einmal kippt eine Bank fast um und dann sind da noch die tausenden Fliegen die herumschwirren, aber bald ist auch dieses Essen vorbei.

Wir fahren wieder zurück, am Rückweg bleiben wir noch mal zum Schnorcheln stehen. Diesmal gehen auch meine Schwester und ich ins Wasser. Und wieder sind überall Algen. Schnell wieder raus. Kleine schwarze Fische hab ich entdeckt und eine Muschel, sie sieht aus, als käme sie direkt aus einem Disneyfilm. Dann, endlich wieder festen Boden unter den Füßen.

Ich leg mich an den Strand, fang ein Buch an zu lesen. Die Kleine hat sich inzwischen so weit an den Sand gewöhnt, dass sie darin laufen mag. Aber berühren und schaufeln ist noch nicht drin. „Mausi, wo gehst denn hin? Au, das sind meine Beine!“ – Fetter Grinser ihrerseits, eine Hand mit ausgestrecktem Finger zeigt auf meine Beine. „Eine.“ – „Ja, meine Beine. Und das ist mein Bauch! Au, au das tut mir weh! Kannst nicht wo anders über mich drüberklettern?“ – „Ketan!“ – „Ja, du kletterst gern, ich weiß.“ (…)

Essen diesmal in einem anderen Lokal, kein Buffet, kein Fisch, Gott sei Dank. Ich bestell mir eine Pizza, trotz strafender, tödlicher Blicke. Die allerdings zu Papa weiterwandern, als er (unabhängig von mir) das selbe nimmt. Wie mein Onkel dann noch einmal die gleiche aussucht, gibt sie den Widerstand auf. Naja, einen Salat bestell ich mir trotzdem, wie um mein Gewissen zu beruhigen.

Ich geh ins Hotel, weiterlesen. Die Allmächtige hat sich wieder mal meine Tante gekrallt und die Arme lässt sich, zugetextet bis obenhin, den ganzen Strand von Geschäft zu Geschäft treiben.

 

Tag 6

Schon wieder so früh aufstehen! Meine Schwester hat sich gestern Abend ein Kleid gesehen, das MUSS sie unbedingt haben. Also alle in das Geschäft rein. Meine Tante, die schon lang bemerkt hat, wie es mir geht, drängt mich dazu, mir auch was auszusuchen. „Ich schenk es dir.“ Ich probier mehrere an. Jene Kleider, die mir auf dem Bügel so gut gefallen haben, schauen an mir unmöglich aus. Der Schnitt passt nicht zu meiner Oberweite, das ist mein Hauptproblem. Schließlich hab ich meine Auswahl auf zwei Kleider beschränkt. Das kleine, braune, ärmellose mit den weißen Punkten hat es mir angetan. Als ich aus der Kabine komm, trifft mich schon der erste vernichtende Blick. Allen anderen gefällt es anscheinend. Um nicht schon in der Früh ein Theater zu starten und allen die Ferien zu vermiesen nehm ich schweren Herzens das blau-weiße Kleid. Das ist ja auch sehr schön. Bist du dir sicher, fragt meine Tante. – Jaja. Danke. – Alles klar bei dir? – Geht schon.
Sie nimmt mich in den Arm und drückt mich fest als keine herschaut.

Die Rückreise, verglichen mit der Anreise war ein Traum. Das Hotel lud unsere Koffer auf einen kleinen Wagen, die Pagen zogen ihn, wir mussten bei der Hitze nicht alles über den Sandboden schleppen. In einem Truck, indem sowohl das Gepäck als auch wir alle genügend Platz hatten, ging es zum Hafen. Diesmal gab es ein größeres Boot. Grindig und heruntergekommen zwar, aber ich hatte meinen Koffer im Blick. Das ist ja schon mal was. Wir sitzen unten im Schiffsbauch. Ich mache eine Packung Kekse auf. Papa, willst du was? – Nein danke, mir ist schlecht.
Den ganzen Weg über esse ich, wie um mich zu beruhigen. Jetzt bin ich von der Insel herunten, jetzt kann es nur noch besser werden, sag ich mir.

Wieder Trycycles zum Flughafen. Irgendwie haben sie es endlich geschafft, die Koffer so aufzuladen, dass ich nicht beim Fahrer sitzen muss.

Im Flughafen, Gewichtskontrolle. Auch wir mit unserem Handgepäck müssen auf die Waage, jedes Gramm zählt. Ich hab den Verdacht, dass die Waage nicht geeicht ist; bei meiner zierlichen Tante, die mein Cousinchen im Tragesack hat und ihre große schwere Tasche als Handgepäck hält, zeigt sie 50,6 kg an. Da kann etwas nicht stimmen.

Unser Flug hat Verspätung, wir müssen 2 Stunden länger warten. Papa entdeckt einen Bankomaten und versucht sein Glück. Diesmal geht es, Scheine werden ausgeteilt, damit wir uns was zu essen kaufen können. Später sitzen wir alle in der Halle und warten. Einen Mangoshake, einen Cappuccino  eine Flasche Wasser, ein Hotdog und ein Sackerl Kekse später ist es endlich so weit.

Wieder in Manila. So viele Menschen auf engem Raum. Es dauert Ewigkeiten, bis wir unseren Fahrer gefunden haben. Er lädt unsere Sachen ein, los gehts! Die Fahrzeit liegt so bei 3 Stunden, wir brauchen schon mal 1,5 alleine, dass wir aus der riesigen Stadt herauskommen. Stau überall. Wenigstens haben wir was zum schaun. Ich lieg in meinem Sitz, die Füße auf die Vorderbank gestützt. Musik läuft, um den SFM-Sender zu übertönen, der teilweise Lieder spielt, die wie Schlager klingen, nur auf Tagalog halt. Ich durchblättere meine Playlist, während ich draußen einem Filipino zuschau, wie er gerade mit dem Rücken auf einem Laster oben drauf liegt und SMS schreibt. Irgendwann verlier ich ihn aus den Augen; zu viele kleine Mopeds flitzen herum, das dürfte hier wohl die Alternative zum Familienauto sein. (…)

Irgendwo auf dem Highway bleiben wir stehen. Die Allmächtige verzieht den Mund – hier gibt es nur Fastfood. Aber sonst ist hier weit und breit nichts. Wir probieren eine philippinische Kette, Chowking. Hier gibt es alles. Fried Chicken, Noodles, Rice, Seafood. Alles in hunderttausend Varianten. Wen es interessiert, der kann ja mal googeln.

Hilfe, mein Koffer wird entführt! Aso, ist nur unser Diener. Der lädt unser Gepäck aus. Und schon wieder so ein schlechtes Gewissen. Ich möchte ihnen allen zur Hand gehen. Frühstück, Mittagessen, Kaffee, Abendessen – alles von jenen Händen gekocht, die abends in der eigenen Hütte noch Wäsche waschen, die Kinder ins Bett bringen und den Boden kehren.

Das Haus ist wunderschön, es thront  herrschaftlich zwischen den Wellblechhütten. Hellblau gestrichen ist es, mit einem dunkelblauen glänzenden Dach. Am Weg brennen Lampen, der Empfang ist vorbeireitet. Die Eltern meiner Tante heißen uns alle willkommen, schenken Wein ein und reichen Früchte herum. In all dem Trubel bekommt auch meine Schwester ein Glas in die Hand gedrückt; sie schaut es an, mit einem Blick als hätte sie noch nie Alkohol gesehn. Zwei Sekunden später ist es auch schon wieder vorbei, die Allmächtige hat eingegriffen und ihr stattdessen ein Glas Wasser gereicht. (…)

Hunderttausend Früchte und ein Halo halo später gehen wir endlich schlafen, nicht ohne vorher eine Hausbesichtigung gemacht zu haben. (Und ich beschließe insgeheim, mir in der Pension auch mal so ein Haus hier zu leisten, Geld dürfte ich ja dann genug haben.)

 

Tag 7

Hm, wo ist das Klo.. Ah hier. Omg da steht ein Wasserbehälter mit Schöfpkelle daneben! Naja, andere Länder, andere Sitten. Wird schon irgendwie gehn.

Das Frühstück, schon von den Angestellten hergerichtet. Reissuppe mit einem ganzen Ei drinnen. Dazu Pandesal. Und Früchte, Käse, Marmelade. Viel zu viel wieder mal. Nach dem Frühstück geht die Besichtigungstour weiter. Wir stolpern durch den Garten mit unebenen Boden wieder zurück auf die Straße. Vom Nebenhaus werden wir beobachtet.

Die Inang, die Urgroßmutter ist 102 Jahre alt. Letzte Woche hat sie sich die Hüfte gebrochen. Sie war schon beim Arzt, dem ist eine Operation zu riskant. Lieber geht sie jeden Tag spazieren, damit sie kein steifes Bein bekommt. Die Reisfelder, die wir besichtigen, gehören alle ihr. Und die Ernte überwacht sie persönlich. 5 Hektar groß ist ihr Besitz.

Sie lässt es sich nicht nehmen, uns zu begleiten. Bald ist die befestigte Straße aus und die Reisfelder beginnen. Dazwischen immer Hütten, mehr schlecht als recht gebaut. Darin wohnen die Arbeiter. Wir steigen aus, spazieren ein Stück. Stoßen auf eine Gruppe Leute, die dreschen gerade. Mein Onkel, der Vater meiner Tante und Papa zücken die Kameras. Wie der größte Tourist weit und breit komm ich mir vor, wir schaun bei der Arbeit zu und posieren auch noch für Photos. Das stört sie aber keineswegs, wir dürfen auch auf einen der Wagen klettern, die von einem Ochsen gezogen werden. Der fährt uns dann auch wieder zum Auto zurück. Teilweise müssen wir uns flach hinlegen, weil die Mangobäume so tief hängen und wir sonst lauter Spinnen in den Haaren hätten. Wir fahren weiter. Irgendwie, ich hab schon längst die Orientierung verloren, schafft es der Vater meiner Tante wieder zurückzufinden. Die Urgroßmutter ist ganz in ihrem Element, erzählt viel. Besonders gut gefällt mir ihr trockener Humor. Meine Tante übersetzt. „Sie sagt, sie hat kürzlich einem Onkel von mir Geld geborgt, ich hab sie gefragt ob sie mir auch was borgt. Naja, sehr gerne, aber sie hat ja nichts mehr.“ (Dabei hat sie mehr als genug, alle wissen das.) Okay, das war jetzt nicht das beste Beispiel, aber das, an welches ich mich noch am besten erinnern kann, alles andere wäre zu sehr aus dem Kontext gerissen und würde zu lange zum Erklären brauchen.

Wieder daheim, wird die Inang ausgeladen. Wir fahren weiter, fast direkt hinter dem Haus beginnen die Felder. Auberginen, wohin man nur blickt. Egg plant, nennen sie die Arbeiter. Weiter hinten kommen Plantagen voll Chilis und Ube. Dann ist ein Fluss. Tief ist er nicht, aber sehr breit. In der Regenzeit schwillt er an wird mir erzählt. Überall baden nackte Kinder, die Mütter waschen Wäsche. Ich komm mir vor wie in einem anderen Zeitalter. Dann entdecken wir einige Männer. Sie sind Goldwäscher, lassen uns eine Weile zusehen.

Mittagessen gibt’s im Garten von der Großmutter. Wieder alles mögliche, von allem viel zu viel und natürlich sehr lecker (bis auf den Fisch). Uns zu Ehren haben sie eine Karaokemaschine aufgebaut, wir werden gedrängt, doch etwas zu singen. Von früheren Familienfesten abgehärtet, sind wir zum Glück nicht ganz überrascht und um die Familie zu retten, bequem ich mich dazu, mit meiner Schwester ein paar Abba-Songs herunterzusingen. Nicht besonders gut, aber der Mutter meiner Tante genügt es.

Hm. Das ist ja gar nicht so blutrünstig wie ich gedacht hab?
Meine ersten Gedanken, als wir die Hahnenkampfarena betreten. Gapan City Coliseum nennen es die Einheimischen. Hier ist es dunkel, eng, stickig und laut. Dass Wetten illegal ist, stört keinen. Sie wedeln mit den Händen in der Luft, jede Bewegung hat eine Bedeutung. Und dazu schreien sie, auf wen sie setzen. Die Kampfhähne tragen lange Klingen an ihren Beinen, sie stechen sich damit gegenseitig. Aber nur selten spritzt Blut. Meistens ist es ein schöner Stich, die Hähne geben sofort auf. Die Männer halten sie auf dem Arm, wenn das Zeichen ertönt, lassen sie sie fallen. In der Stille, die sich ausbreitet, hört man nur Flügelschlagen und ab und zu das Klirren, wenn Metall auf Metall trifft. Der Kampf geht so lange, bis sich eines der Tiere gar nicht mehr bewegt. Dann fliegen Geldscheine, die Wettpartner tauschen die Gewinne aus. Und schon währenddessen geht die Schreierei wieder los. Nach einer Stunde reicht es uns, wir fahren.

Zum Abendessen sind wir beim Taufonkel meiner Tante eingeladen. Natürlich gibt es wieder ein riesiges Buffet. Die Gastgeber sind lustige Leute. Der Onkel, ein Arzt, hat einen wunderbaren Humor, wir lachen viel. Er zeigt uns Beeren, die man essen muss, dann schmeckt alles (!) eine Stunde lang süß. (Oh denkt nur an die ganzen Möglichkeiten!). Papa hat nicht zugehört und fragt nach: „How long does it last?“ – Ernster Blick (so wie ihn nur die Ärzte können) „Three days at least.“ Was zu sofortigem Ausspucken der Frucht und allgemeinem Gelächter führt, jeder hat zugehört. „No, no. One hour.“

Auch hier gibt es eine Karaokemaschine, es wird fleißig gesungen, der Alkohol fließt. Direkt proportional zum Alkoholgenuss steigt auch der Anteil falscher Töne. Der Arzt schnappt sich auf ein Mal einen Stuhl, auf den er immer steigt, wenn eine hohe Stelle kommt. That I can hit the hight notes, erklärt er. Irgendwann, nachdem er mit dem Papa meiner Tante eine Hochzeit nachgespielt hat, meine Eltern miteinander und mich und meine Tante verheiratet hat, sind wir so weit, dass ich mit dem Onkel ein Battle führe. Erst wenn ich ihn schlage, dürfen wir gehn, sagt er. Und sucht sich auf dem Gerät, auf dem er fast täglich singt, sein Lieblingslied aus. 97/100 Punkten. Ich will mich schon geschlagen geben, mir geht das Repertoire aus. Doch er drückt mir noch ein Glas Alkohol in die Hand, zusammen mit dem Mikrophon. Jetzt du!

Ich weiß nicht, wie ich es geschafft hab, aber „Over the Rainbow“ verschafft mir den Sieg. Keinen richtigen, nur Gleichstand. Aber er hat nicht damit gerechnet, das sieht man ihm an. Wir verabschieden uns und vertrösten uns auf den nächsten Tag, die Allmächtige verteilt schon wieder böse Blicke weil ich so viel (3?) getrunken hab. Am Weg nach Hause zischt sie mir nur noch zu. Ich hoff, du trinkst daheim noch genug Wasser und bist stolz auf die Gehirnzellen, die du heut vernichtet hast.
Ich dreh mich zum Fenster und geh daheim wortlos zu Bett.

 

Tag 8

Yeey, heut machen wir einen Ausflug! Es geht in den nahegelegenen Nationalpark, der soll so schön sein. Der Onkel von gestern kommt nicht mit, dafür aber seine Frau, eine Tochter und eines der Hausmädchen. Ja, auch wir nehmen unseren Diener mit. Ziemlich komisches Gefühl, alles getragen zu bekommen. Hab mich noch immer nicht dran gewöhnt, von vorne bis hinten bedient zu werden.

Lange fahren wir. Irgendwann holen wir noch jemanden ab, aus einem Dorf, durch das wir fahren. Der wird uns den Weg zeigen, unsere Fahrer kennen ihn nicht, in die Gegend kommen sie nie, eher in die großen Städte.

Viele buckelige, unbefestigte Straßen und halsbrecherische Hügel später, kommen wir an einem Fluss an. Ein paar Hütten stehen, die Kinder laufen neugierig auf uns zu. Am See, dort wo sich der Fluss aufstaut, liegen ein paar Bambusfloße. Oh nein, wir werden da jetzt doch nicht raufgehn? Oh doch. Und dann bleiben wir 2 Stunden am See, die Angestellten haben das Essen ausgepackt und wir essen zu Mittag. Einen Ausflug hab ich mir auch irgendwie anders vorgestellt. Zuerst zwei Stunden mit dem Auto fahren, aufs Floß steigen und dann erst mal Essen? Na gut. Die Leute sind alle sehr unsportlich, bemerk ich. Schon vom Felsen ins Floß zu kommen erscheint erst mal eine unüberwindbare Aufgabe zu sein.

Nach dem Essen gehn wir zum Gipfelkreuz. Der ganze Weg ist betoniert, immer wieder kommen Stufen. (Are you fu**ing kidding me?) Mein Onkel sieht das anscheinend genauso, wir schnappen uns die Kleine und gehn mal vor. Oben warten wir eine geschlagene Viertelstunde, bis auch die letzten eingetroffen sind. Das Kreuz ist von einem Geländer umgeben, man muss sich umdrehn, eine Münze hineinschmeißen und sich dabei was wünschen. Ich hab nicht mitgemacht, was sollt ich mir denn groß wünschen? Gesund bin ich. Alles andere kann mir im Moment gestohlen bleiben.
An einer Stelle geht die Felswand ganz steil in die Tiefe, man kann ganz bis zum Rand gehen. Es reizt mich, hinunterzuspringen, zu schaun, was passiert. Aber ich nehm dann doch Rücksicht auf die anderen, ich kann sie ja nicht so erschrecken. Besonders die Gastgeber würden sich das restliche Leben lang Vorwürfe machen. Zum Glück streckt die kleine Madame Sekunden später schon wieder ihre Händchen nach mir aus. Tehn!
Na gut, spazieren wir halt ein paar Mal die Runde ums Gipfelkreuz.

Der Weg bergab ist genauso wie bergauf, ich geh wieder vor, unten warten. Nehme mir ein Pop-Cola, philippinische Eigenmarke, die mir recht gut schmeckt, weil sie nicht so süß ist. Und außerdem ist die Allmächtige gerade außer Sichtweite.

Das Floß legt ab, aber die Einheimischen fahren uns noch nicht zu den Autos, sondern ein Stück den Fluss hinauf. An einem kleinen Strand halten wir, die Kinder wollen uns Höhlen zeigen. Dass man dazu aber über die fast vertikale Felswand muss, haben sie nicht dazugesagt, das merken wir erst etwas später. Oben angekommen, gibt es kein Licht drinnen, meine Schwester rutscht aus. Wir zwei warten lieber am Eingang und spielen Gelsenfutter.
Der Abstieg wird schwieriger als gedacht; es beginnt zu regnen. Und wir haben alle Flipflops an. (Meine Tante meint später, wir wohnen ja in der Stadt, aus der die Flipflops herkommen.) Ich verletz mich ein bisschen an der Fußsohle, nicht schlimm, aber doch so, dass es am Floß im Wasser ziemlich brennt.

Wir verteilen die restlichen Nudeln vom Mittagessen an die Kinder, die uns dauernd umschwärmen und auf eine Münze warten.

Am Heimweg will uns meine Tante noch eine Hühnerfarm zeigen, die auch einem Onkel von ihr gehört. Mir egal, ich will nur so schnell wie möglich aufs Klo, ich war seit der Früh nicht mehr. Die Farm ist riesig, bis wir zum Badezimmer kommen (einer kleinen Hütte), vergehen gefühlte Stunden. Ich stolpere der Arbeiterin hinterher, will schon vor Erleichterung aufseufzen, da bemerk ich, dass es keine Tür gibt. Und keine Spülung. Und keine Klobrille. Na gut, in der Not frisst der Teufel auch Fliegen.

Auf der Farm werden Kampfhähne gezüchtet. Immer einer, der schon mal gewonnen hat, ist mit 2 weiblichen zusammengesperrt. Die Küken werden ausgebrütet und in einer eigenen Arena für den Kampf trainiert. Es müssen immer mindestens 8 bereit stehen, wenn der Onkel anruft und einen braucht, muss das Tier sofort verfügbar sein.

Am Nachmittag/Abend fahren wir in eine Mall in Gapan City. Meine Schwester bekommt ein Leibal, meine Wünsche werden überhört, bleiben ungeachtet, whatever. Ich zweig mich dann gemeinsam mit meinem Onkel und Papa ab, wir schaun in einen Elektromarkt. Unten im Waltermarkt erledigen die Eltern noch ein paar Einkäufe, während ich unschlagbar günstig (80PHP) einen Kokosschnaps kauf, laut meiner Tante fast geschmackslos und fährt ein wie S**. Bin schon gespannt.

Uäh, so ein Gestank, ich krieg keine Luft! Die Großmutter hat uns in ihr Haus zum Abendessen geladen und tischt uns – richtig – Fisch auf (und erklärt nebenbei, den restlichen habe sie auf den Dachboden gehänkt, zum trocknen, deshalb der strenge Geruch). Hab ich mir sonst noch immer etwas gefunden, was ohne Fisch war, gab es diesmal nur Reis. Aber die frischen Mangos aus dem Garten haben mich entschädigt.

 

Tag 9

Heut ist schon der letzte Tag, um 00.05 geht unser Flugzeug. Wieder gibt es, wie jeden Vormittag, Reissuppe mit Ei. Irgendwie ist der Allmächtigen klar geworden, dass ich gestern beim Einkaufen ein bisschen übergangen worden bin, und drückt mir 1.000 PHP in die Hand.

Wir machen eine letzte Tour. Zuerst nach Cabanatuan in eine Werkstatt, der Vater meiner Tante holt irgendwas ab und lässt uns dabei in der Hitze im Truck schmoren. Dann gehts in irgendeine riesige Mall, meine Schwester wollte Fächer. Die kann man sich, so wie fast alles hier, personalisieren lassen. Sie nimmt gleich vier Stück, die Wartezeit ist dementsprechend lang. Endlich fahrn wir noch mal in die Mall von gestern, ich hab mir so viele Tshirts gesehn. Ich gebe mein gesamtes Geld für 6 Leiberl aus. Star Wars, Pacman, Memes,.. alles ist dabei. Und pro Stück zahl ich 200PHP. Will gar nicht wissen, wie viel ich bezahlt hätte, hätte ich sie im Internet gekauft! Zufrieden ignorier ich auf der Heimfahrt die Blicke der Allmächtigen und sitz stolz auf dem Rücksitz. Bei Ednas Cakeland und bei der Post machen wir Halt, dann sind wir endlich daheim.

Mittagessen sponsert wieder die Großmutter, diesmal hat sie (neben Fisch) auch Würstel aufgetischt. Papa, meine Schwester und ich stürzen uns darauf. Und die Kochbananen sind auch lecker, schmecken ein bisschen wie herausgebackene Apfelscheiben. Nach dem Essen geh ich ins Zimmer, ein bisschen vorschlafen. Ich kann im Sitzen nicht schlafen, und wir werden heut noch länger unterwegs sein.

Währenddessen ich schlafe, wiegen die anderen unsere Koffer, verladen alles. Schließlich, werd ich geholt.

„Wennst noch mitfliegen willst musst jetzt kommen, wir warten alle schon auf dich. Sonst bleibst einfach da. Kannst dirs aussuchen.“ (Tonfall = Eis)

Wie gerne wäre ich noch dageblieben! Aber leider, weder Zeit noch Geld.

Und plötzlich sind alle Koffer verladen, die Zimmer leer und alle stehen auf der Straße, schreien herum, gestikulieren und verabschieden sich. Wir wissen nicht so viel mit der Großfamilie anzufangen, stehen etwas verloren herum. Die Allmächtige sitzt schon im Auto.

Die Großmutter weint zum Abschied. I love you, sagt sie und drückt mich ganz fest. Selbst nach der Umarmung mag sie meine Hände nicht mehr loslassen. I love you.

Wir steigen in den Wagen.

 

Tag 10

Mein Koffer ist der einzige, der fehlt. War ja wieder mal klar. Die Allmächtige schnauft schon ungeduldig, ich halte die ganze Familie auf.

Die Dame am Lost&Found-Schalter ist nett, hilfsbereit und kompetent. Wenigstens etwas. (Und fu** you, Verlader in Dubai!)

 

 

Ob der Urlaub so geworden ist, wie ich ihn mir vorgestellt hab? Nein. Aber was wär die Alternative gewesen? Jeden Tag zu Hause sitzen, grübeln, wer wohin mit wem fortgeht, auch dorthingehn und mich selber bemitleiden wie schlecht es mir dabei geht?

Zuerst hab ich ein schlechtes Gewissen gehabt, weil ich nicht alles auf Fotos festgehalten oder aufgeschrieben hab. Aber eigentlich hab ich mich jetzt doch an ziemlich viel erinnern können.

Jetzt lieg ich im Bett, mein Sonnenbrand auf dem rechten Arm juckt. Und ich wünsche mich wieder zurück auf die andere Hälfte der Erdkugel, wo Probleme noch echte Sorgen sind und mehr als die Hälfte der Einwohner ums Überleben kämpft. Und sie trotzdem so positiv allem gegenüber eingestellt sind, wie ich es noch nie erlebt habe.

 

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Ich hab jetzt 2 Tage an dem Artikel geschrieben, immer ein bisschen was, immer noch was, was mir plötzlich wieder eingefallen ist. Ich wüsste noch so viel mehr, aber mir tun die Finger schon weh und alle fragen mich schon und warten ungeduldig. Also – enjoy!

 

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