Gruselgeschichte, aus dem Alltag gegriffen

Da! Da war doch was! Das Rascheln von Kleidung. Ein regelmäßiges Atmen. Sicher, da steht wer im Raum, nicht mal einen Meter von meinem Bett entfernt. Steht einfach da, beobachtet mich. Aber – das kann doch gar nicht sein, ich hab ja die Türe abgeschlossen! Nein, das war bestimmt nur Einbildung.
Ein erneuter Atemzug. Und mit ihm beginnen sich die Haare auf meinen Unterarmen aufzustellen, ein Schauer läuft mir über den Rücken. Jetzt bloß keine falsche Bewegung machen! Ja nicht mit der Decke rascheln oder selber zu laut atmen. Nur dem Phantom lauschen, versuchen, seine nächsten Schritte herauszufinden. Da – es raschelt wieder! Und hat da nicht jemand gerade scharf Luft geholt?Direkt neben mir.
Ich tu so, als träumte ich, dreh mich mit geschlossenen Augen langsam vom Rücken auf die Seite. Richtung Handy. Meine Hand lass ich dabei vorsichtig auf das gute Stück, meinen Retter in der Not, gleiten.
Schließlich kann ich mich nicht länger davor drücken, die Augen zu öffnen. Noch immer schauspielernd, dass alles ganz normal wäre und ich nicht wüsste, dass ich nicht allein hier im Zimmer bin, schau ich auf die Uhr.
Bestärkt durch das Fehlen einer Axt, die auf mich einhackt oder einem Polster, der mich zu ersticken versucht, leucht ich mit dem Handy umher. Nichts zu sehen. Nun gut, das muss nichts bedeuten, das Licht ist nur schwach und kommt nicht in jede Ecke.
Ein erneuter ängstlicher Rundumblick meinerseits. Gefolgt von einem Hechtsprung Richtung Lichtschalter. Meine Füße berühren den eiskalten Boden. Ein Schritt, ein Zweiter, dann hab ich es geschafft.
Klick. Das Zimmer wird hell von der Deckenlampe ausgeleuchtet. Aus der Küche hör ich den Kühlschrank brummen, irgendwo schlägt eine Tür.
Alles war nur Einbildung.
Aber heute Nacht wird das Licht bei mir wohl oder übel eingeschaltet bleiben müssen.

Ja, ganz richtig, ich hab sie wieder. Die Vorstellungen. „Eine lebhafte Fantasie“ nennen sie meine Eltern. Aber ich bin überzeugt davon, dass ich das hör. Wenn ich die Augen schließe, kann ich die Leute wahrnehmen, die direkt neben meinem Bett stehn. Hab ich schon lange nicht mehr gehabt. Letztes Mal, als es so schlimm war, hab ich mir ein Nachtlicht geholt. Genau, so eins für Kleinkinder, das man in die Steckdose steckt. Weil ich sonst nicht einschlafen kann, bis es hell ist.

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Zelda ist fertig gespielt, gestern hab ich ein paar neue Leute kennengelernt. Einer ist ganz interessant. Mal sehen, vielleicht berichte ich noch über ihn.

eine
schlaflose

mortifera

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