Und wenn das große Wasser kommt…

Ich hab da so ein Gefühl. Kein gutes; im Gegenteil. Irgendetwas großes wird passieren, das weiß ich. Aber ich kann einfach nicht sagen, was. Die letzten 2 Nächte hab ich nicht geschlafen, es ging einfach nicht. Eine große Unruhe hat mich erfasst. Vielleicht hat es was mit dem Hochwasser zu tun, keine Ahnung.

fff und E schreiben schon die ganze Zeit. Aber ich will niemanden sehn. Ich bin fertig mit allen, zumindest für ein paar Tage. Will allein sein.

Ich kann nur mir vertrauen, niemandem sonst. Wo das dann nämlich hinführt, hab ich ja letztes Mal gesehen.

Es ist schlimm, wenn die Angst vorm Verletztwerden und Blöße zeigen die Angst, allein zu sein überwiegt. Und jetzt kommt grad alles zusammen. Angst, allein gelassen zu werden, hab ich sonst nicht. Aber.

Beim letzten Hochwasser, 2002, war ich auf einem Musikkurs im Mühlviertel. Für mich, damals grad 10 geworden und noch immer im Schlafzimmer bei meinen Eltern untergebracht, war es schon eine Herausforderung, überhaupt 3 Nächte von zu Hause wegzubleiben. An dem Tag, als wir dann vom Schloss auf den Ort blickten, und nichts als eine große Lacke mit ein paar Häuserdächern zu sehen war, hielt ich keinen ganzen Tag mehr durch. Bis zum Mittagessen konnte ich die Fassung bewahren, aber dann nicht mehr. Ich ging mitten während der Probe auf mein Zimmer und verkroch mich im Bett. Meine Eltern mussten mich holen, nur weil ein paar Ältere gescherzt hatten, wir blieben wohl noch länger hier. Ich fühlte mich isoliert auf der Burg, glaubte, die Welt versinke jeden Moment und nur wir am steilen Berg würden übrigbleiben, ganz allein.

Aber worauf ich eigentlich hinauswill: in den Stunden vorher ging es mir genau gleich wie jetzt. Damals war es so schlimm, dass ich mitten in der Nacht ins Zimmer meiner Lehrerin ging und sie mich trösten musste. Das ist mir bis heute peinlich, vor allem, weil ich anscheinend der einzige Schüler war, der Heimweh hatte.

Über das bin ich schon lange hinweg.
Ich hab telefoniert, hab die Bestätigung, dass keinem von meiner Familie etwas passiert ist, nicht mal Wasser im Keller hat jemand. Kein Problem also.

 

Nur: Jetzt kommt grad alles zusammen. Ich hab wieder mal den Beweis bekommen, dass es falsch ist, Leuten zu vertrauen. In Form einer SMS. Diesmal keine fb-Nachricht; zur Abwechslung mal. Und jetzt noch das alles, was mich so an damals erinnert. Ich bin ganz allein. Und ich hab schon 2 ganze Nächte nichts geschlafen. Ich bin so vollgepumpt mit Energydrinks, dass meine Hände zittern. Die ständigen SMS von fff klingeln so laut in den Ohren, dass ich das Handy abgeschalten hab. Bowser meldet sich nicht. Aber das ist mir eigentlich doch egal; ich mein, ja es wär ganz nett, ja, vorstellen könnt ich es mir auch; aber ich hab noch zu sehr an der ganzen Geschichte mit Mo zu nagen. Ich kann es einfach nicht.
Ihm jetzt schon wieder blind zu vertrauen. Mit jedem SMS erwart ich eigentlich, dass er sagt, es sei ihm zu viel und ich sei zwar sehr nett aber er wolle nichts von mir. Und diese Anspannung ist mir zu viel, das geht nicht.

 

Es ist ein Teufelskreis. Mir geht es schlecht, weil ich allein bin, aber andererseits lehn ich jeden Kontakt ab. Aber ich weiß genau, E und fff können mir das nicht geben, was ich jetzt grad brauch. Es ist nur Ablenkung, kein Ersatz. Und Bowser? Den kümmert es anscheinend nicht, wie er mir gezeigt hat.

 

Jetzt hab ich das Handy wieder aufgedreht. Und die Beschallung geht weiter.

Lassts mich alle in Ruhe.
Bitte.

Z3rOTRR

 

m.

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