Gedankensprünge

Keine Ahnung, worüber ich schreiben soll. Vielleicht über meine ständige Müdigkeit. Oder, dass ich zwar gerne in der Arbeit bin, aber das Gefühl nicht loswerd, einige Kollegen mögen mich nicht so. Dass mein Cholesterinspiegel zu gering ist, dass ihn das Gerät messen könnte, wie ich es probiert hab. Oder darüber, dass ich nur knapp an einer erneuten Mandelentzündung vorbeigeschrammt bin. Tonsillensteine, hat der Arzt gesagt.
Oder, wie allein ich in Linz bin.

Wie sehr sich doch alles in nur einem Jahr verändern kann.

Im Sommer 2012 hab ich, wenn ich um sieben heimgekommen bin, den Laptop aufgedreht und mit Mo geschrieben. Daneben ein paar Spiele auf facebook. Hier und da eine Serie geschaut. Müde war ich auch, keine Frage; aber das ist nichts im Vergleich zu jetzt.

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Es gibt so komische Leute in dieser Welt. Die glauben, wenn ihr krankes Kind 3 Mal am Tag 5 Globuli lutscht, wird es im Nu wieder gesund. Oder sie können nicht schlafen ohne ihrer persönlichen Bachblütenmischung aus den Nummern 9,18, 26, 27, 32 und 33.
Ich stell mir so ein Leben leicht vor. Gegen alles gibt es ein Mittel. Just believe.

Ich will aber nicht glauben. Ich will in der realen Welt leben, mitsamt ihren Problemen und Schwierigkeiten. Die Hürden und Steine, die uns in den Weg gelegt werden, stammen großteils von uns selbst. Und manchmal lösen sie sich in Luft auf, ganz von allein. Aber halt nur manchmal.

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Graz. Ich vermisse die Stadt. Von ganzem Herzen. Fast alle, die mir noch was bedeuten, sind jetzt dort. fff und E. vadis und der schmetterling. Meine Burschen aus dem 5. Ja, auch die fehlen mir. Einer oder zwei ganz besonders.

Mir fällt leider kein guter Name jetzt ein, sonst würd ich eventuell mehr schreiben. Aber ich hatte da eine Regel: Keine Burschen mehr aus dem Heim, besonders nicht aus dem 5. Stock.
Ja, die hatte ich.
Präteritum.

Aber so sehr ich zurückwill, will ich auch gleichzeitig noch immer so weit weg wie möglich. Auswandern wär eine Idee. Mit dem Gedanken hab ich schon öfters gespielt. Zu oft, wenn ihr mich fragt. Ich kann einfach grad nicht mehr.

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Ich bin ein Zombie.

Arbeiten, Essen und Internet. Aus mehr besteht mein Leben zur Zeit nicht. Ich verbringe die Stunden vorm Schlafengehen damit, wie blöd auf einen Bildschirm zu starren, dessen Bildpunkte die Farbe wechseln. Facebook, imgur, reddit. Manchmal mach ich noch einen Abstecher auf Sporcle oder das Tribunal. Zum Spielen fehlt mir im Moment die Kraft, außerdem fällt das Heimnetzwerk alle Viertelstunde aus.

Die Arbeit überfordert mich fast. Ich hab Angst, etwas falsch zu machen. Ob ich schon ein Leben auf dem Gewissen hab? Ich weiß es nicht. Mittlerweile traut man mir zu, die meisten Kunden allein zu bedienen. Und bei jedem einzelnen ist nicht nur die Handbewegung, mit der ich die Medikamente übergeb, gleich, sondern auch meine Gedanken. Bitte, lass mich alles richtig gemacht haben. Ich darf keine Zahl falsch gelesen oder übersehn haben, nicht falsch beraten, nicht in der Lade danebengegriffen. Keinen einzigen von euch will ich auf dem Gewissen haben.

Ich arbeite 8 Stunden am Tag. Unter Spannung und Hochdruck. Und fahre jeweils 50 Minuten hin und wieder zurück. So lange kann sich kein Mensch konzentrieren. Aber irgendwie geht es, irgendwoher nehm ich die Kraft. Niemand soll durch mich zu Schaden kommen. Das sitzt mir die ganze Woche im Nacken; das ist mein Leitspruch geworden.

Und jeden Abend hoff ich wieder, dass ich heil wieder nach Hause komm.

Fühlt ihr euch nicht auch ein wenig verarscht, wenn man selber mit +140km/h  auf der ersten Spur fährt und dauernd überholt wird? Und zwar nicht mit nur ein paar km/h Unterschied. Schön langsam glaub ich, mein Tacho ist kaputt…

Aja, und geblitzt bin ich schon wieder geworden. 2 Mal. Ich Trottel.

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„Wirklich frei macht wahrscheinlich nur der Wahnsinn. Doch zum Wahnsinn fehlt mir der Mut! So spiel ich die Starke und tu, was ich tu. Als wär dieses Leben nichts als Täuschung. Irrtum, Betrug. Als wär nichts, nichts, gar nichts genug.“

– Elisabeth

 

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m.

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