Tick – tack – tick – tack

Die Zeit vergeht rasend schnell. Gerade war noch Ferienanfang. Jetzt sind sie schon wieder fast vorbei. Studienbeitrag muss ich noch einzahlen, das vergess ich auch dauernd.

Aber ich bin wieder da. In der Zivilisation. Flötenwoche ist vorbei. Es war aber für uns jetzt die letzte, da sind sich K und ich uns einig. Wie viele Jahre oder Jahrzehnte sind wir jetzt mitgefahren? Heuer war die 14., und bis auf ein, maximal 2 Mal waren wir immer dabei. Gustav auch. Aber die war heuer zum ersten Mal nicht mit. Allein haben wir die Schnitzeljagd geplant. Die Jahre zuvor hatte es immer Beschwerden gegeben, dass sie zu kurz und zu leicht war; heuer kam die erste Gruppe erst nach über einer Stunde wieder zurück, nicht ohne Zwischenanrufe. Unser Favorit: „Uns ist beim Rätsel ‚Brokkoli‘ herausgekommen, welchen Weg müssen wir jetzt gehen? Grün oder gelb? Weil wenn er überreif ist, ist er gelb!“. NATÜRLICH haben wir den überreifen gemeint. 😉 Die hätten sich ganz schön verlaufen…
Aber Lagerolympiade war auch ganz schön anstrengend zu organisieren… Fürs Lagerfeuer haben wir zum Glück externe Unterstützung bekommen. Und Gustav war auch dabei. Es war fast schon wie früher. Nur die Kinder sind dann der Reihe nach gegangen, nachdem sie festgestellt hatten, dass das Singen keine Radiohits sondern eher STS und Ludwig Hirsch beinhaltet. Aber dafür haben wir heuer zum ersten (und letzten?) Mal eine Disco gemacht. So richtig mit fetter Anlage. Und Wunschliste.
Am Abend nach dem Abschlusskonzert sind K, Gustav und ich noch mal Fortgegangen. Wir sehen uns ja so selten.
Ach ja, Gustavs Vater ist verstorben. Als sie mir die Parte überreicht hat, ist mir ein Schauer über den Rücken gelaufen. Sie ist die erste in meinem Alter, die ein Elternteil verloren hat.

Aber jetzt bin ich wieder da, alle Sachen sind gewaschen und wurden wie von Zauberhand heute gebügelt von mir aufgefunden (danke Mama!). Ich bin schon langsam am Packen — ich will endlich wieder zurück nach Graz. Aber zuerst muss ich noch das Familienwochenende über mich ergehen lassen. Und ins Burgenland fahren. Dann kann ich endlich wieder heim. Zu allen.

Leider (?) auch zu Mo. Halt nicht zu ihm, aber zur ganzen Gruppe. Und das reicht schon. Die haben ja alle keine Ahnung, wie das ist. Wenn ich auf Facebook ahnungslos hinunterscrolle und dann wieder irgendeinen Beitrag seh. Das ist wie ein Schlag auf den Kopf. Oder Stich in den Magen. Halt irgendwie so. Nicht angenehm. Ich wüsste gern, wann das endlich aufhört. Ich mach das ja nicht absichtlich. Mittlerweile hab ich vieles schon fast vergessen, oder es gelingt mir, mal ein, zwei Stunden überhaupt nicht daran zu denken und dann kommt wieder etwas. Blöde soziale Netzwerke.
Dabei bin ich mir ja nicht mal sicher, ob, wem oder warum ich böse bin. Das einzige, was ich weiß, ist, dass ich von mir selber enttäuscht bin. Aber ich kann keinem ja wirklich böse sein. Mo nicht, er ist halt so und kann nichts dafür und wenn er wen mit den gleichen Moralvorstellungen findet, umso besser für ihn. Ihr nicht, weil anscheinend ist so ein Verhalten in gewissen Kreisen normal. Und der Runde nicht, weil die ist genau so ein gewisser Kreis.
Ich bin halt die, die nicht dazupasst. Aber auch nicht eine geeignete Persönlichkeit besitzt, sich zu verbiegen, nur um da dazuzugehören. Ich, mit meinen engstirnigen, naiven und anscheinend veralteten Ansichten. Wenn ich mit etwas nicht leben kann, dann bin ich weg.
Wenn mich Mo heute fragen würd, ob ich Lust hätte, was zu unternehmen, würd ich wahrscheinlich sogar bejahen. Einfach weil ich ihn, mit seiner Persönlichkeit inklusive Stärken und Schwächen, in meinem Freundeskreis vermiss.
Aber ich weiß genau, ich halt die anderen alle nicht aus. Würd auch nur irgendjemand anderes auftauchen, würde ich aufstehen und gehen.

 

 

Aber morgen fahr ich erst mal nach Wien. Essen gehen, ein bisschen shoppen und dann am Abend wieder heim. Das Sommerticket ausnutzen halt.

Und heute? Heut werd ich Musik hörn, auf Facebook mit ein paar Leuten chatten und nebenbei noch ein bisschen Combine spielen. Mal sehen, ob ich meinen alten Highscore doch noch irgendwie knacken kann. Und wieder lesen. Mein aktuelles Buch? „Das Geheimnis der verborgenen Insel“ von Eva Ibbotson. Ja, ich bin noch immer bei meinen Kinderbüchern.

Bei Breaking Bad bin ich erst bei Staffel 2 in der Mitte. Recht viel spannender ist es noch nicht geworden, aber es ist jetzt auch nicht so, dass ich aufhörn würd zu schaun.

Von dem Buch, das mir Gustav nachträglich zum Geburtstag geschenkt hat, erzähl ich euch morgen. Meine Inbox quillt gerade über.

 

 

mortifera.

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