Über Glaskäfige und so Zeugs

 

Jaa, ich weiß, ich hab mich schon lang nicht mehr gemeldet. Woran das liegt? Hm, es passiert gerade überhaupt nichts in meinem Leben. Jeder Tag ist wie der vorherige. Superman ist zwar der Beste, den ich je getroffen hab, aber ich hab nicht damit gerechnet, dass mich der Alltag so schnell einholt.
Ich vermiss die Unbeschwertheit, die Rücksichtslosigkeit, die Spontanität. Nicht meine Freiheit, sondern meine Freizeit. Die, die ich mir selber einteilen kann, in der ich niemandem sagen muss, wo ich grad bin, was ich grad mach, mit wem ich unterwegs bin und wann ich voraussichtlich heimkomm. Ich vermiss die Abende, die sich spontan auf Fortgehen bis 6 in der Früh ausdehnen. Ich vermiss den ständigen Thrill, verfügbar zu sein und vielleicht jemanden kennenzulernen. Aber am meisten vermiss ich meine Freunde.

Mein schlechtes Gewissen lässt sich schon gar nicht mehr in Worte fassen. Wie lang war ich jetzt schon nicht mehr mit ihnen unterwegs? Eine Woche? Zwei?
Ein Monat ist es schon; mir kommt es wie ein halbes Jahr vor. Genau ein Jahr zuvor hab ich mich über den Abstand gefreut, er war mir nur recht, es wurde alles zu viel.
Heute sitz ich da, bekomm aus Scham Herzklopfen und einen roten Kopf wenn mir T schreibt, weil ich das Gefühl hab, ich kümmer mich nicht mehr um alle. Es gibt mir einen Stich ins Herz wenn ich auf Facebook oder Mos Blog les, wie sie schon wieder zusammen fort waren. Alles zieht mich zurück nach Graz, einen einzigen unbeschwerten Abend mit ihnen will ich; ist das zuviel verlangt? Wahrscheinlich.
Ich brauch Mo nur zu erwähnen, ändert sich Supermans Gesichtsausdruck. Und ich weiß genau, mehr als eine patzige Antwort hab ich nicht zu erwarten. Aber mir fehlt so jemand. Einer, mit dem ich über genau das sprechen kann. Ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
Eine „beste Freundin“ hab ich nie gehabt. Es gibt einige sehr sehr gute, Liz zum Beispiel, E oder Gustav, die wissen fast alles von mir, sind aber unbeteiligt und kennen die Leute, über die ich so gern sprech, viel zu wenig. Und so überwind ich manchmal doch mein schlechtes Gewissen, hol die Mo-Facebook-Konversation aus dem Archivordner. Und hoff, dass Superman nicht nachfragt.

Alle, die schon länger in einer Beziehung waren, werden jetzt den Bildschirm anlächeln und über meine Naivität, ein Freund lasse sich so einfach mit dem Freundeskreis vereinbaren, den Kopf schütteln. Aber hey – das war nicht der Deal! Ausgemacht war eine Fernbeziehung, wo wir uns nur an den Wochenenden sehen. Den Rest der Woche hab ich immer für mich gehabt. Und das brauch ich auch. In diesem Sinne: (und ja, ich sag das jetzt wirklich) Auf dass die Uni schnellstmöglichst wieder losgeht!

Ich liebe Superman über alles. Es wird mir nie wieder jemand begegnen, der mit ihm mithalten kann. Das weiß ich und schätze es auch. Ich bin es nur noch nicht gewöhnt, 24/7 jemanden um mich herum zu haben und meinen Egoismus zurückschrauben zu müssen. Das wird schon noch alles.

 

Mo – war schön, wieder etwas von dir gehört zu haben
vadis – auch wenn du ab März wenig Zeit für uns hast, hoff ich, dass wir uns so oft es geht sehen
T – ich vermiss dich, es gibt wenig so loyale Menschen wie dich
Liz – dich natürlich auch, wir müssen unbedingt wieder auf einen Kaffee gehen, wenn ich in Graz bin
alle anderen – habt noch einen schönen Abend und bis bald

 

 

morti.

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