Endspurt

So, morgen noch ein Tag voller Proben und am Abend Konzert. Dann ist schon wieder ein Semester vorbei… Wie schnell die Zeit vergeht.. Wenn ich an die letzten Jahre zurückdenke, irgendwie bin ich nachdenklicher geworden. Pessimistischer. Erwachsener? Ich weiß es nicht.

Mit 17, nach der Matura. Das war das erste Mal, wo ich so richtig realisiert hab: ich bin frei! Ich kann machen, was ich will, mir steht die ganze Welt offen. Kann studieren wo und was ich will, endlich alleine leben und die ganze Schulzeit hinter mir lassen. All die blöden, in der Pubertät stecken gebliebenen, unfreundlichen Leute zurücklassen, die lieben mit mir nehmen. Dass ich kein eigenes Geld hatte, war mir damals noch so ziemlich egal.

Nach dem ersten Studienjahr, alles noch im Plan. Studieneingansphase geschafft. Die Freude auf den ersten Ferialjob. Und damit die Erkenntnis, dass es schon ganz praktisch ist, nicht ganz von der Allmächtigen abhängig zu sein.

Im zweiten Jahr hab ich mich selbst verwirklicht. Noch nicht fürs Labor zugelassen, das Studium schleifen lassen. Trotzdem im Jänner die Aufnahmeprüfung an die Kunstuni gemacht. Bin fortgegangen, bis ich kein Geld mehr hatte. Und hab auch in Sachen Burschen deutlich dazugelernt. Aber ich hab diese glückliche, kindliche Unbeschwertheit noch nicht ganz abgelegt.

Sommer 2012 war die riesige Wende. JA, ich hab mich da in was reingesteigert. Aber selbst heute denk ich noch zurück, oder stell mir vor dem Schlafengehen vor, wie es doch hätte sein können. Wenn er die Kurve gekriegt hätte, zusammengezogen wären. Das ist mir erst viel später bewusst geworden, wie er vorm Novarock immer geredet hat. Aber jetzt, wenn ich darauf zurückschau, bin ich mir sicher: besser hätt es für keinen laufen können. Und noch was muss gesagt sein, auch wenn es noch so absurd klingt: Kabelman ist noch einer der wenigen Anständigen da draußen. Der keiner Fliege, und auch erst recht keinem Mädchen was böses antun könnte.

Mit 21 war ich… alleine. Ja, ich glaub, das beschreibt den Semesterschluss damals ziemlich gut. Alles war, entschuldigt den Ausdruck, scheiße. Auf der Arbeit, die Angst der Kollegen, wegen Überbesetzung gefeuert zu werden, die sich auf mich übertragen hat. Und der Autounfall. In Linz, die ganze Situation daheim. In Graz, die ganze Situation „nein, da kann ich nicht hingehen“. Wie Garrock später mal so schön formuliert hat: Also ich hab nicht dran geglaubt, dass wir dich noch mal sehen.

Und heute? Sitz ich zufrieden in meinem Zimmer, hab einen Energydrink vor mir stehen, brauch eine Ewigkeit, mit der wehen Hand alles abzutippen, was ich mir denk, ärger mich über die lauten WG-Mitbewohner aber lächle leicht dabei und bekomm alle halbe Stunde ein Herz oder eine liebe Nachricht von Superman. Ja, ich bin wieder glücklich. Und zwar so sehr, dass ich einen coolen Blick durch meine rosarote Brille werf, auf die letzten Jahre zurückschau, und mir denk: War ja alles nicht so schlimm.
(War es aber. Manchmal denk ich mir, ich hätt den Schritt wagen sollen und einen Seelenklempner aufsuchen. Aber ich hab es so auch geschafft, 24/7 mit sich selbst konfrontiert zu sein wirkt manchmal Wunder.)
Außerdem hab ich: ein Ferialpraktikum, meine Tage (yeah, nicht schwanger), ab morgen Ferien, Freunde, die ich gar nicht verdient hab und einen supertollen Freund!

 

Ich hab euch alle lieb und würd am liebsten grad die Welt umarmen! Und wisst ihr was? Ich machs jetzt einfach 🙂

 

morti.

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