Hellblau. Heut war ein hellblauer Tag. (Mir gehen langsam die Titel aus)

Der Fairness halber, zuerst der Ausgang vom letzten Eintrag: So zusammengeschissen worden bin ich das letzte Mal, da war ich noch im Kindergarten. Und hab daheim beim Spielen mit einem Freund Steine von der Terrasse auf vorbeifahrende Autos geworfen. So als Wettbewerb. Wer trifft. Nur, dass wir dann wirklich einmal getroffen haben. Mit einem Stein, der mindestens 20cm Durchmesser und auch ein mindestens so großes Loch im Autodach unseres Nachbars hinterlassen hat. Wie wir den auf die Terrasse über die Garage raufbekommen haben, ist mir heutzutage schleierhaft…
Aber zurück nach Graz. Unterschreiben hab ich nichts müssen. So weit so gut. Mir ist ja alles vorgeschwebt. Vom morgigen Rauswurf über einen Rauswurf am Ende des Monats bis zu einer einfachen Verwarnung. Wenn man 3 davon sammelt, ist man fix weg, hab ich gehört. Jedenfalls, keiner darf mehr bei mir schlafen. Überhaupt nie wieder und nicht mal der Kaiser von China. Obwohl China schon längst eine Volksrepublik ist. Aber das Argument hab ich lieber nicht vorgebracht.

 

Gleich darauf war das österreichweite Jungscharlager. Kaleidio haben sie es genannt. Eine gut gemeinte Idee, Kinder aus den entlegensten Winkeln unseres sich weit erstreckenden Staates zusammenkarren und in Linzer Schulen unterzubringen. Praktisch schlecht umgesetzt, von Leuten, die so etwas zum ersten Mal organisiert haben. Mir war schon klar, dass man in den Schulteams wenig vom Angebot für Helfer mitbekommt, weil die Quartiere ja immer besetzt sein müssen. Aber dass wir SO wenig Freizeit haben, hab ich nicht erwartet. Wenigstens mal 5 Stunden Schlaf hätten mir schon gereicht.
Wahrscheinlich, weil wir das kleinste Schulteam waren. 6 Leute für 300 Gäste, das geht sich hinten und vorn nicht aus. Andere Schulen hatten 12 oder 10 Leute, die konnten in Schichten den Nachtdienst übernehmen. Egal. Wie heißt es so schön? „Don’t cry over spilled milk.“ Das war mein Motto, die ganze Woche über.
Leider war ich im Laufe der Tage immer saurer (darf man das so verwenden?) auf Liz, die mit mir im Team war. Keine Ahnung, ob es nur die Übermüdung war oder das Gefühl, unfair behandelt und ohne triftigen Grund angefahren zu werden, wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Und ich kann es nicht leiden, wenn jemand in einen jammernden, winselnden, leidenden Tonfall verfällt. Weder bei meiner Schwester, noch bei meinem Großvater und auch nicht bei meinen Freunden.
Alles in allem: NIE WIEDER. Nie wieder werd ich bei so einer Veranstaltung ehrenamtlich arbeiten. Ich hab mehr als eine Woche gebraucht, um mich wieder zu erholen. Hab Superman ziemlich geschockt mit meinen Weinkrämpfen, wenn mir in unserem Urlaub im Burgenland dann selbst kleine Alltagsituationen zu viel geworden sind. Aber ich hab mir am Kaleidio selbst nichts anmerken lassen.

 

Tja, Superman. Gibt’s den überhaupt noch, werden sich einige von euch jetzt fragen. Ja, das tut es. Und zwar so unkompliziert und perfekt, dass ich mir nicht erklären kann, warum ich mir da früher immer so viel angetan hab bei Burschen. Es ist ungefähr vergleichbar mit einem unglaublich guten Computerspiel. Du lädst, installierst, beginnst zu spielen und irgendwann kommst du drauf, dass es draußen wieder hell wird wenn die Vögel zu zwitschern beginnen. Im Rückblick denkt man: Wie hab ich das bloß geschafft, 14 Stunden am Stück gespielt? Genauso gehts mir mit Superman. Im August sinds schon 11 Monate. Klar haben wir unsere Höhen und Tiefen und die in beiden tief verwurzelte Panik aus früheren Ereignissen, einer könnt jeden Augenblick Schluss machen. Aber sobald wir draufkommen, dass es uns beiden so geht, passt wieder alles.

Nur stehen wir gerade vor einem etwas ungewissen Semester. Mit November verliert Superman die Studienbeihilfe und damit das ÖBB-Ticket und steht damit ohne Einkommensquelle da. Nach Graz darf er nicht mehr kommen, was auch noch zum Problem werden wird. Ich kann ihn dann schon verstehen, er will nicht runterziehen, wenn er alle Leute mehr als ein halbes Jahr nicht mehr gesehen hat und gar niemanden sonst kennt. Aber mit Februar wird es hoffentlich so weit; mittlerweile kann ich es kaum noch abwarten, in der selben Stadt zu wohnen, ohne Allmächtige, ohne Einschränkungen und Geldabhängigkeit.

 

Geld würd durchaus grad sehr viele meiner Probleme lösen. Aber vielleicht, wenn ich es so in 5 – 10 Jahren endlich schaff, fertig mit dem Studium zu werden, wird dieser Traum auch noch in Erfüllung gehen.

 

Ach ja, haben es eh schon alle mitbekommen? Sims 2 ist gratis geworden! Die Ultimative Collection, mit allen Add-Ons und Erweiterungen. Ich kann mich noch erinnern, wie mich mein Papa immer mit zum Libro genommen hat, Computerspiele schaun. Da bin ich vor den Regalen gestanden und hab gesehen, was es alles gibt. Jahrelang war ich ihm böse, weil ich unbedingt die „Nightlife“- und Urlaubserweiterung wollte und auch zu Geburtstagen und Weihnachten auf den Wunschzettel gesetzt, aber nie bekommen hab.
Jedenfalls, ich hab es seit vorgestern und es steht „17 Stunden gespielt“. Was wenig ist. Aber mir sind, wie so oft in letzter Zeit, Linz und die Allmächtige dazwischengekommen. Aber meiner Familie geht es gut. Gerade erst hat der Vater das Neugeborene Baby zwischen gebrauchter Windel und dem Hundenapf abgelegt um seinen Hunger endlich mit gefüllten Waffeln zu stillen, die die Frau gerade gemacht hat und beim ersten Versuch fast das Haus (und das Baby) abgefackelt hat.

 

Meine Tante hab ich auch getroffen. War ein angenehmer Tag. Zuerst ewig im Starbucks plaudern, dann auf der Mariahilferstraße einkaufen. Für die Baby-Shower-Party. Diesmal wird ein Bub, und ich weiß auch exklusiv, wie er heißen wird. Aber ich darfs niemandem verraten, denn außer mir weiß es nur ihre beste Freundin. Schon seit Mittwoch renn ich mit (imaginärer) vor Stolz geschwellter Brust herum und komm mir echt wichtig vor. Aber nachdem ich mir ziemlich sicher bin, dass keiner von der Familie meinem Blog folgt, können die ganz Neugierigen hier ihre Maus drüberhalten. (Spoiler machen geht leider bei WordPress nicht, das ist jetzt eine Notlösung…)

 

Und, wie soll ich sagen, ich vermiss Graz und meine Leute schrecklich. Kleine Lichtblicke versüßen mir das Leben hier im Gefängnis, wie zum Beispiel Garrock, der sich jede Woche mal meldet. Oder der Schmetterling, der SMS schreibt, was ganz untypisch ist und ich mich dadurch noch mehr geehrt fühl. Gerade eben hat mich Mo angestupst. Und vadis hat mir ein blödes Gif geschickt. Jedes einzelne Lebenszeichen zaubert mir ein Lächeln aufs Gesicht, gefolgt von einer starken, ziehenden Sehnsucht, die sich wahrscheinlich noch am ehesten als Heimweh beschreiben lässt.
Aber Donnerstag hab ich euch wieder! Wenigstens 50%. Und hoffentlich ganz ganz bald wieder 75%. Vadis hat gemeint, Linz ist nur einenhalb Stunden von ihm entfernt, vielleicht schaut er im August mal einen Sprung vorbei. Sonst komm ich halt. So schnell wird er mich nicht los, pff.
Ohne jetzt irgendwie komisch klingen zu wollen: Ich hab euch lieb. Jeden einzelnen. Und jeden auf eine andere Art.

 

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Ganz ehrlich, liebe Leute: ich bin jetzt grad viel zu faul zum Durchlesen. Wer Rechtschreib-, Grammatik und/oder Satzbaufehler findet, darf sich gerne drüber aufregen und sie behalten. Oder ihr überlest sie einfach höflich.

 

Eure (noch lebende)

mortifera.

 

P.S.: Ich hab bei Primark ein Hogwarts T-Shirt gekauft! Ist zwar in Männerschnitt, aber endlich endlich hab ich eins! Damit hab ich mir einen Kindheitstraum erfüllt. 🙂

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