…und dann und wann ein weißer Elefant.

Ich bin enttäuscht. Von meinen Freunden, meinen Eltern, ein bisschen auch von Superman aber vor allem von mir selber.

Eigentlich hab ich alles, was ich je wollte. Eine funktionierende Beziehung. Nette Leute um mich herum. Die Mauer ist fast weg und ich trau mich endlich auch mal mit Fremden reden und sei es nur um nach dem Weg zu fragen. Bravo. Gratuliere. Alles das, wo ich euch wochenlang immer die Ohren vollgesudert hab, ist für mich in Erfüllung gegangen. 

Aber so glücklich, wie ich es mir damals vorgestellt hab, bin ich nicht. Klar, ich bin gern in meiner Beziehung und könnte mir ein Leben ohne Superman nicht mehr vorstellen, das hab ich aber grad gar nicht gemeint. Ich bin einsam. Nicht einsam einsam, aber ich merk, meine ganzen sozialen Kontakte leiden sehr darunter, dass ich fast jedes Wochenende woanders bin. Manchmal verreise ich sogar unter der Woche. 

Es sind leise, kleine, schleichende Veränderungen. Nachdem vadis schon lang in Deutschland ist (und eh ziemlich oft kommt), hat sich die Zahl meiner wirklich, wirklich guten Freunde auf 4 eingeschränkt. Und mit wirklich, wirklich guten Freunden mein ich die, die ich auch mitten in der Nacht anrufen kann wenn ich grad jemanden brauch, oder bei denen ich zu jeder Zeit vor der Haustüre auftauchen kann. Die Leute, von denen zwei fast jedes Geheimnis von mir kennen und ich eigentlich Geschwister in ihnen seh. 

Nur „meine Leut“, wie Superman sie nennt, melden sich halt immer weniger. Wahrscheinlich weil ich in 60% der Fälle absag, weil ich schon wieder nicht in Graz bin, wenn sie was machen. Und weil ich kleine Zicke mir alles immer gleich zu Herzen nehm. 

Jetzt hab ich nach einem Telefonat (das offiziell schon wieder vergessen ist) auf meine altbewährte, sture Weise beschlossen, den Spieß mal umzudrehen. Nicht alle zu nerven und schreiben, wenn ich wieder komm und zu betteln, dass wir uns sehen. 

Nur jetzt wart ich schon sehr lang auf eine Reaktion, aber es kommt nichts. Und ich inkonsequenter Mensch werd die Woche eh wieder schreiben, ich weiß es genau. 

Ich will jetzt nicht sagen, das beschäftigt mich am meisten, aber es ist halt ein gutes Beispiel, was ich mein:

Seitdem Mo beschlossen hat, mir (oder allen oder wem-weiß-ich) überhaupt keine seiner Geschichten mehr zu erzählen, ist da halt ein kleiner Abstand entstanden. Keine geheimen Insider mehr über die man zusammen lachen kann, kein Nachfragen nach meiner Meinung (die meistens eh immer das Gegenteil, überhaupt nicht mainstream und ziemlich nervig ist, das kann ich schon verstehen). Trotzdem hab ich mich immer etwas besonders gefühlt, wenn ich wieder eine neue Story aufgetischt bekommen hab, bis ich halt 2 Tage später immer erfahren hab, dass es die meisten andern im Freundeskreis eh auch schon wissen. 

Nur – ich hab langsam das Gefühl, ich kann auch nicht mehr alles erzählen. Warum mich das die letzten Wochen so beschäftigt, kann ich nicht sagen, vielleicht weil ich damals vor 3(?) Jahren auch so viel mitbekommen hab, glaub ich, wen gefunden zu haben, dem ich vertrauen kann. 

Was natürlich alles bullshit ist. Nehmts den Absatz nicht zu ernst. 

Viel eher glaub ich, dass ich eifersüchtig bin. Bei Superman seh ich, wie viele seiner Freunde sich jeden Tag bei ihm melden und jeder mag was mit ihm machen. Mir schreiben pro Tag maximal 3 Leute, wenns hoch kommt (und davon 2 wegen Uni). 

Und dann beim Schmetterling oder Mo oder sonstwem zu sehen, dass ständig das Handy klingelt, sie sich vor Angeboten kaum retten können und sie laufend von anderen Leuten erzählen, mit denen sie ja ach so viel machen und auf einmal so gute Freunde sind – da kann ich nicht mehr. Da steigt die Eifersucht in mir auf, ich will irgendwas kaputthaun und ganz laut schrein: ICH BIN AUCH ENDLICH GANZ NORMAL, SEHT MICH AN, ICH HAB EINE BEZIEHUNG UND AUCH ENDLICH FREUNDE!

Nur, dass ich die halt teilen muss. Und damit komm ich nicht klar, darauf hat mich keiner vorbereitet. 

Ich glaub, vor 5 Jahren hab ich gedacht, ich wär jetzt mit meinem Studium fertig. Dann, so war ich überzeugt, such ich mir einen Freund. 

Jetzt ist alles andersrum. Und komischerweise beschäftigt mich das weniger als es sollte, wenn ich an Superman denk. 

E. – bleib für immer in meiner Nähe, ich verspech dir, ich werd auch immer für dich da sein

garrock – danke, dass du dich immer bei mir meldest und da bist, ich rechne dir das hoch an und nehme das überhaupt nicht für selbstverständlich, nur dass du das weißt

Mo – ich vermiss den von vor 3 Jahren, von dem du behauptest, den gibt es nicht mehr. Das weigere ich mich aber fest, zu glauben. Ich seh doch, dass das nicht stimmt. 

Schmetterling – flieg weiter herum in deiner aufregenden, weiten Welt, ich freu mich jedes Mal, wenn du zu mir zurückkommst

vadis – spring endlich über deinen eigenen Schatten. mehr sag ich gar nicht.

(aus Mangel an Kreativität und um den Gedanken eines Rankings zu umgehen alphabetisch geordnet)

Ich freu mich auch wieder mal drauf, meine „alten“ Freunde zu treffen. Die, die in Linz geblieben sind und die, die von dort gemeinsam nach Graz gekommen sind. Nur leider haben wir alle Terminschwierigkeiten unter der Woche befürcht ich. Oder ich red es mir ein, weil schon zu viel Zeit vergangen ist und ich irgendwie Angst hab, mich zu melden.
Ich sollt endlich aufhören, zu glauben, alle Welt sei mir immer böse und ich mache alles falsch.
Entschuldigung.
(Und ich kenn jetzt mindestens eine Person, die jetzt lächeln muss. 😉 )

hab euch lieb, heute gibts für alle Umarmungen ❤

morti.

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